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Gallienus

2., unveränderte Auflage

Michael Geiger

Gallienus herrschte auf dem Gipfel der «Krise des 3. Jahrhunderts». Eine Gesamtdarstellung aller Aspekte seiner Herrschaft stellt ein Desiderat der Forschung dar. Der Autor versucht dies unter Auswertung v. a. literarischer, numismatischer und epigraphischer Quellen. Zu umstrittenen chronologischen Fragen wird Stellung genommen. Unter Gallienus kam es zu wichtigen Weichenstellungen im militärisch-administrativen Bereich sowie auf dem Gebiet der Herrschaftsdarstellung. Dieser Kaiser ließ viele originelle Münztypen prägen und glich sich dabei verschiedenen Gottheiten an. Das Christentum erfuhr unter Gallienus erstmals offizielle Anerkennung. Somit hatte Gallienus an einem wichtigen Punkt der Römischen Geschichte eine Verbindungsfunktion inne.
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4.14 Der Verrat des Aureolus, die Belagerung von Mediolanum und die Ermordung des Gallienus

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Die Heruler nutzten die Abwesenheit des Gallienus und die Entblößung der Donaugrenze, um im Lauf des Jahres 267 in einer kombinierten See- und Landunternehmung über die Stationen Donaumündung und Bosporus Kleinasien, Griechenland und Thracia heimzusuchen. Byzantion, Chrysopolis und Kyzikos wurden eingenommen.930 Die Abwesenheit des Gallienus und großer Teile der Donautruppen stellt die einleuchtendste Erklärung für jenen bisher in dieser Intensität nicht gekannten Einbruch auf römisches Gebiet dar. Gallienus sah sich gezwungen, die erfolgreich verlaufende Offensive gegen Postumus abzubrechen und Aureolus mit der Bewachung der Westgrenze gegen Postumus und die Alamannen, vermutlich im Rang eines dux, zu betrauen (s. o.).

Auf den Abfall des Aureolus von Gallienus kommt dabei, den Kontext allerdings verfälschend, die HA zu sprechen:

Hic quoque [in] Illyricianos exercitus regens in contemptu Gallieni, ut omnes eo tempore, coactus a militibus sumpsit imperium.931

Die tyranni triginta müssen zwar sehr vorsichtig behandelt werden, zumal sich das Zitat auf eine angebliche Usurpation des Aureolus vor der Auseinandersetzung mit den Macriani bezieht. Trotzdem scheint es möglich, dass der Autor, der Informationen über den Aufenthalt des Aureolus im Westen mit illyrischen Truppen beziehungsweise Illyriciani hatte, die Nachricht von der ← 173 | 174 → Erhebung des Aureolus 267/8 zeitlich und örtlich verlegte, um die Existenz von illyrischen Truppen unter dessen Kommando zu erklären. Aureolus war gegen die Macriani in Illyricum ein Befehlshaber gewesen (s. o.). Somit könnte es durch die HA zu einer Verwechslung gekommen sein. Denkbar ist...

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