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Gallienus

2., unveränderte Auflage

Michael Geiger

Gallienus herrschte auf dem Gipfel der «Krise des 3. Jahrhunderts». Eine Gesamtdarstellung aller Aspekte seiner Herrschaft stellt ein Desiderat der Forschung dar. Der Autor versucht dies unter Auswertung v. a. literarischer, numismatischer und epigraphischer Quellen. Zu umstrittenen chronologischen Fragen wird Stellung genommen. Unter Gallienus kam es zu wichtigen Weichenstellungen im militärisch-administrativen Bereich sowie auf dem Gebiet der Herrschaftsdarstellung. Dieser Kaiser ließ viele originelle Münztypen prägen und glich sich dabei verschiedenen Gottheiten an. Das Christentum erfuhr unter Gallienus erstmals offizielle Anerkennung. Somit hatte Gallienus an einem wichtigen Punkt der Römischen Geschichte eine Verbindungsfunktion inne.
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12 Zusammenfassung

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Durch die Verwendung vor allem literarischer, numismatischer und epigraphischer Quellen konnte ein Großteil der Ereignisgeschichte rekonstruiert werden.

Wichtigste literarische Quellen sind, da zeitgenössische Schriften höchstens in kleinen Fragmenten erhalten sind oder Gallienus nur am Rand behandeln, Aurelius Victor (360), Eutrop (364), die Historia Augusta (um 400), Pseudo-Aurelius Victor (um 400) sowie Zosimos (um 500) und Zonaras (Mitte 12. Jahrhundert). Von der Forschung plausibel postuliert wurden als wichtige Mittler erstens der zeitgenössische Dexippos über Zwischenquellen für griechischsprachige Autoren und vielleicht Nicomachus Flavianus, zweitens die Enmannsche Kaisergeschichte für Aurelius Victor, Eutrop, die Historia Augusta und Pseudo-Aurelius Victor sowie drittens Nicomachus Flavianus für die Historia Augusta, Pseudo-Aurelius Victor und über Zwischenquellen für die byzantinischen Autoren.

Der Ursprung der ‚Schwarzen Legende‘ über Gallienus ist dabei vermutlich auf antigallienische Traditionen im (ehemaligen) Herrschaftsgebiet des Postumus und Abneigung eines Teils der traditionell gesinnten, gegen Veränderungen negativ eingestellten Senatoren, die in der Geschichtsschreibung sehr wichtig blieben, zurückzuführen. Der für Gallienus negative Panegyrikus auf Constantius I. aus dem Jahr 2971940 stammt von einem Gallier, auch die einflussreiche Enmannsche Kaisergeschichte wurde vermutlich von einem gallischen Autoren verfasst. Nicht zuletzt beschloss Konstantin I. im Jahr 310, als Gallien den Schwerpunkt seiner Herrschaft bildete, sich zur Stärkung seiner Legitimation auf Claudius II. Gothicus, den Verschwörer gegen und Nachfolger von Gallienus, zu beziehen. Auch hier besteht vielleicht ein Zusammenhang zur örtlichen, vom „Gallischen Sonderreich“ bestimmten historischen Tradition. Die langen Herrschaften des Diokletian beziehungsweise die...

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