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Studien zu Sprache und Stil in alt- und mittelhochdeutscher Literatur

Helge Eilers

Diese Studien behandeln anhand repräsentativer Texte der alt- und mittelhochdeutschen Literatur zentrale Themen im Bereich von Sprache und Stil. Dazu gehören Parataxe und Hypotaxe in althochdeutscher Prosa und im Nibelungenlied, Parenthese sowie Sprachstil in der frühmittelhochdeutschen Epik, vor allem im Rolandslied und in der Kaiserchronik. Außerdem zählen dazu Stilmittel (insbesondere Metaphorik) bei Walther und Hartmann – hier im Vergleich mit dem Rolandslied sowie mit dem spätmittelhochdeutschen Helmbrecht, dazu die Sprachreflexion Hartmanns in seinem Werk und, als Anhang, Sprachwandel der Gegenwart in diachroner Sicht. Die Studien verstehen sich als Beitrag zur deutschen Sprachgeschichte (dazu u.a.: komplexe Hypotaxe der höfischen Passagen im Nibelungenlied, Relevanz der Parenthese im Frühmittelhochdeutschen, zum Teil zyklischer Charakter beim Sprachwandel); sie sind aber auch Anregung für Kritik und weitere Untersuchungen zur Thematik.
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Vergleich und Metapher im Nibelungenlied

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0.  Einleitung

Die höfische Dichtung (Epik und Lyrik) ist in hohem Maße artifiziell – dies betrifft neben Metrum, Reim und Lexik vor allem die rhetorischen Mittel. So heißt es beispielsweise bei de Boor (1974) zum „Iwein“ Hartmanns von Aue: „Alle Stilmittel der höfischen Kunst sind hier mit jener Selbstverständlichkeit beherrscht, die Mühe und Arbeit nicht mehr spüren läßt.“ (S. 80) Es soll daher gefragt, d.h. untersucht werden, ob die oben angeführte – allerdings sehr allgemein gehaltene – Feststellung auch für das Nibelungenlied gilt, zwar als Heldenepos eine eigene Gattung, aber in der Blütezeit der höfischen Literatur um 1200 entstanden.

In der Literatur zum Nibelungenlied findet sich im Unterschied zur höfischen Epik und Lyrik (d.h. Minne- und Spruchdichtung) nur relativ wenig Darstellung zu den stilistischen Mitteln in diesem Werk. In den Literaturgeschichten wird diese Thematik kaum berücksichtigt und weder in der Einleitung zur Ausgabe des Nibelungenlieds von de Boor (1988) noch im Nachwort zur Ausgabe von Grosse (1997) gibt es entsprechende Hinweise, allerdings finden sich in den Erläuterungen bei de Boor bzw. im Kommentar bei Grosse zu bestimmten Textstellen Informationen zu den gegebenen Stilmitteln. Dies bleibt aber trotz mancher Verweise auf Entsprechungen letztlich punktuell und ist auch unterschiedlich im Informationsgehalt. Selbst die Monographie von Hoffmann (1974) bietet nur einige wenige Hinweise – im Wesentlichen (S. 59) den Verweis auf Fechter (1964). Spezielle Untersuchungen sind nur in geringem Maße gegeben, hier sind lediglich Groth...

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