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Gibraltar im 18. Jahrhundert

Die Formung einer multiethnischen und multireligiösen Gesellschaft in der Frühen Neuzeit

Jochen Hausmann

Das Buch beschäftigt sich mit bislang wenig erforschten gesellschaftlichen Entwicklungen der Frühen Neuzeit in Gibraltar, der letzten Kolonie auf dem europäischen Kontinent. Seit der Eroberung im Spanischen Erbfolgekrieg 1704 entwickelte sich dort im Schatten der britischen Garnison und isoliert vom meist feindlichen spanischen Umland eine einzigartige und funktionierende Zivilgesellschaft aus Katholiken, Protestanten und Juden. Die Wurzeln dieser Gesellschaft, die heute über eine starke eigene Identität verfügt, liegen im 18. Jahrhundert – also in einer Zeit, in der die britische Politik nicht gerade durch Toleranz gegenüber Katholiken und Juden gekennzeichnet war.
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2. Der Spanische Erbfolgekrieg bis zur Eroberung Gibraltars

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2.Der Spanische Erbfolgekrieg bis zur Eroberung Gibraltars

Bevor nun auf Gibraltar selbst eingegangen werden kann, lohnt es sich die ersten Jahre des Spanischen Erbfolgekriegs, in dessen Zusammenhang die Eroberung Gibraltars zu sehen ist, kurz anzusprechen. Zwar wurde der Spanische Erbfolgekrieg bei Weitem nicht nur auf der Iberischen Halbinsel ausgetragen und war auch keineswegs zum Zeitpunkt der Eroberung Gibraltars entschieden,34 allerdings erscheint eine darüber hinausgehende Betrachtung wenig sinnvoll, gilt das Interesse doch in ersten Linie Gibraltar.

Nach dem Tod des kinderlosen Karls II. von Spanien im November 1700 konnte sich zunächst der französische Kandidat Philip von Anjou als Philip V. (1700–1746) auf dem spanischen Thron durchsetzten.35 Aber anders als von England und den Niederlanden erhofft, hatte Ludwig XIV. enormen Einfluss auf seinen Enkel. So erreichte dieser, dass Philip ihn zum Stadthalter der Spanischen Niederlande machte, die Einfuhr britischer Waren nach Spanien verbot und das lukrative Assiento Monopol an eine französische Firma ging. Dieses Verhalten sorgte dafür, dass sich 1701 eine Allianz aus Großbritannien, den Niederlanden und dem Kaiser bildete, die den Habsburger Kandidaten Erzherzog Karl unterstützte, allerdings mit diesem Bündnis durchaus sehr unterschiedliche Interessen verfolgte.36

Zu ersten Kriegshandlungen in Spanien selbst kam es erst 1702, wobei sich hier vor allem Großbritannien und die Niederlande militärisch engagierten. Der Erzherzog schickte als Marschall Georg von Hessen-Darmstadt, der Spanien aus seiner Zeit als Vizekönig Kataloniens gut kannte.37 Eines der vielleicht ← 19 | 20 → größten Probleme...

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