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Strategie Zukunft und Welt

Zur Bedeutung eines ontologischen Begründungskonzeptes nachhaltigen Handelns und Verantwortens

Johanna Henrich

Der Weg in ein nachhaltiges Ressourcenmanagement ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Diesen trotz gesellschaftlicher Unterschiede, wirtschaftlichen Anspruchs und persönlicher Interessen gangbar zu machen, erfordert eine Begründungsstrategie, die hinter Wirtschaft und Gesellschaft zurückgeht bis an die Wurzel des Menschen. Die «Strategie Zukunft und Welt» findet eine Grundlage dazu in Hans Jonas’ ontologischem Konzept, das im Zentrum seiner Verantwortungsethik steht. Das vorliegende Buch weist seine Leistungsfähigkeit zur Grundlegung einer Ethik für die moderne globalisierte Welt auf, die eine unabweisbare Begründung des Wertes des Lebendigen erbringt und nachhaltiges Handeln zur unbedingten menschlichen Aufgabe erhebt.
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IV. Jonas’ Versuch einer ontologischen Fundierung zwischen der Philosophie des Lebens und der Verantwortung in ihrer Erweiterung um die Wertlehre

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IV. Jonas’ Versuch einer ontologischen Fundierung zwischen der Philosophie des Lebens und der Verantwortung in ihrer Erweiterung um die Wertlehre

Jonas wendet sich als Philosoph der Natur zu und unterscheidet seine Philosophie des Lebens ausdrücklich von biologischer Forschung. Er bezieht sich aber auf diese und arbeitet mit Biologen und anderen Naturwissenschaftlern in verschiedenen Phasen seines Arbeitslebens zusammen. So ist seine Lebensphilosophie auffällig biologienahe. Gleichzeitig verwendet er aber Begriffe anthropologischen Ursprungs. Das folgt aus seiner Auffassung, dass man den Prozess des Lebens nicht wirklich begreifbar machen kann, wenn man ihn nur von außen beschreibt. Die Selbsterfahrung macht das Leben erklärbar, indem die in dieser Erfahrung aufweisbaren Strukturen bei einer tiefreichenden Interpretation der in der biologischen Forschung aufgewiesenen Prozesse des Lebens eingesetzt werden können. Das ist das Verfahren, das Jonas de facto verwendet und das er rechtfertigt, indem er den Menschen als ein Naturwesen begreift, das im Ganzen der Natur seinen Platz hat. Jonas entfaltet seine eigene Erfahrung des am-Leben-seins zu der Wissensform einer Lebensphilosophie. Er charakterisiert sich selbst als naturtheoretischer Monist, insofern findet sich im Menschen selbst immer auch schon das, was das Ganze ausmacht. Was das Natürliche ist, kann man nicht aus der Distanz der Beschreibung fassen. Gerade als Naturwesen ist der Mensch dazu nobilitiert, diese Erfahrung als Schlüssel für den Prozess von innen einzusetzen. In dieser Verfahrensart kommt Jonas’ Opposition gegen jeden Dualismus zum Ausdruck, insbesondere gegen jeden Dualismus in der Verständigung über den Menschen.

Jonas’...

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