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Hans-Carl von Schlick (1874–1957)

Eine Biographie – Mit den Tagebüchern aus 1945

Roland Kopp

Hans-Carl von Schlick war bis 1918 Seeoffizier der Kaiserlichen Marine. Als Kommandant des Schlachtschiffes Derfflinger erlebte er die November-Revolution. In der Weimarer Republik ging er in die Privatwirtschaft. 1928 wurde er arbeitslos und verlor in der Weltwirtschaftskrise sein verbliebenes Vermögen. Nach 1933 war er u.a. in der Leitung des Kyffhäuserbundes tätig. 1941 reaktiviert, fand er im Krieg gegen die Sowjetunion als Transportoffizier Verwendung, anschließend beim Ersatzheer in Schlesien. Seit Herbst 1943 lebte Schlick mit seiner schwedischen Frau auf dem Gut seines Bruders in Mecklenburg, von wo die Familie Anfang Mai 1945 vor den nahenden sowjetischen Truppen floh. Die beiden Tagebücher Schlicks aus diesen Monaten werden hier erstmals veröffentlicht. 1957 verstarb der Kapitän z.S. a.D. 82-jährig bei Stockholm.
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9. Klubheim-Leiter im Haus der Deutschen Presse (1933/34)

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Für das Berliner Adressbuch von 1933 hatte Hans-Carl v.Schlick statt seines militärischen Dienstgrades “Kapitän z.S. a.D.” erstmals den Eintrag “Pensionär” vornehmen lassen546. Über den Grund, der ihn zu dieser Änderung veranlasste, lässt sich nur spekulieren. Sicher ist, dass 1933 für ihn eher weniger beschaulich und pensionistenhaft werden sollte. Zu Beginn des Jahres hätte man den Ex-Marine-Offizier und seine Frau möglicherweise unter den 5000 Besuchern des Berliner Presseballs antreffen können. Diese hauptstädtische Society-Veranstaltung, ein gesellschaftliches Muss für die Prominenz aus Politik, Film, Presse, Kunst, Wirtschaft etc.547, fand am 28./29. Januar, am Vorabend der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, in den Festsälen am Zoologischen Garten statt. Schlick verfügte seit Anfang des Jahres über eine eher zufällige Beziehung zum Pressewesen: Er war im “Haus der Deutschen Presse”, das die Verwaltungs- und Gesellschaftsräumlichkeiten des Journalisten-Dachverbandes “Reichsverband der Deutschen Presse” (RDP) bzw. des “Vereins Berliner Presse e.V.” (VBP)548 beherbergte, zu einer Anstellung als Leiter des Klubheims gelangt549. Bei dem Pressehaus handelte es sich um einem repräsentativen Neorenaissance-Bau in der Tiergartenstraße 16 [>Abb.29], ein Gebäude mit einer außergewöhnlichen Nutzungsgeschichte550. Vom VBP ← 71 | 72 → wurde alljährlich der Berliner Presseball ausgerichtet. Der “Klub der deutschen Presse E.V.”, der zugleich mit der Einrichtung des Pressehauses entstanden war, stand lt. Klub-Satzung551 insbesondere Journalisten und Schriftstellern offen552 und sollte die Klubmitglieder “in zwanglosem geselligen Verkehr” im Pressehaus zusammenbringen553. Zu Schlicks Tätigkeit im Pressehaus heißt es in den...

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