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Topik und Thema

Untersuchungen zur Informationsstruktur in deutschen und ungarischen Erzähl- und Berichtstexten

Bernadett Modrián-Horváth

Das Buch stellt ein kognitiv fundiertes konstruktionsbasiertes Modell der Informationsstruktur vor, das die Satz- und Textebene gleichermaßen berücksichtigt. Jeder Satz drückt eine spezielle Perspektive aus, realisiert durch Schemakomplexe aus Komponenten wie pronominaler und morphologischer Topikmarkierung, Wortfolge, Prosodie und Thematyp. Besonders drei Schematypen – die Themasetzung, das ereigniszentrierte Schema und die Topikkontinuierungsschema – zeigen sich theoretisch und empirisch relevant. Das Modell wird in einer deutsch-ungarischen Korpusanalyse erprobt. Die ermittelten Grundschemata weisen Korrelationen mit Texttyp, Satztyp und Inhaltstyp auf. Weitere Analysen betreffen diverse grammatische Phänomene, wie die Klammerstruktur oder die satzinitiale Stellung des schwachen Pronomens.
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2. Forschungsüberblick

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In diesem Kapitel werden einige Arbeiten kurz vorgestellt, die wichtige Ansätze der informationsstrukturellen Forschungen repräsentieren. Dabei werden Ansätze und Begriffe, auf die diese Arbeit stärker aufbaut bzw. die deren theoretischen Hintergrund konstituieren, detaillierter dargestellt. Sowohl Arbeiten, die sich auf das Deutsche beziehen, als auch informationsstrukturelle Zugänge zum Ungarischen werden hier unter denselben Gesichtspunkten betrachtet (v. a. Anzahl der postulierten informationsstrukturellen Ebenen, und der Thematypen, theoretische und empirische Erfassung der Begriffe der Informationsstruktur).

Vor der Behandlung der einzelnen informationsstrukturellen Modelle bzw. Begriffe sollen hier einige Vorbemerkungen stehen. Obwohl sich die oft angeführte Gegenüberstellung von formalen und funktionalen Ansätzen hier grundsätzlich nicht vermeiden lässt, muss vorausgeschickt werden, dass natürlich weder formale Arbeiten die funktionalen Eigenschaften, noch funktional orientierte Ansätze die formalen Eigenschaften informationsstruktureller Größen ignorieren. Alle verfolgen nämlich dasselbe Ziel: Sie wollen die strukturellen Eigenschaften mit den Funktionen in Einklang bringen (vgl. Tolcsvai Nagy 2002: 237). Die Unterschiede zeigen sich jedoch v. a. in der Behandlung der erkannten Zusammenhänge: Für formale Arbeiten ist die Trennung der Informationsstruktur (als pragmatischer Komponente) und die Einfügung informationsstruktureller Erkenntnisse in die (Formations-)Regeln der (grammatischen) Sprachstruktur wichtig, in funktionalen Arbeiten eher die kognitive und sprechhandlungsbezogene Adäquatheit der Beschreibung.

Eine sehr große Schwierigkeit in Bezug auf die einschlägige Fachliteratur ergibt sich aus der oft beklagten begrifflichen und terminologischen Mannigfaltigkeit. Bei einer eingehenden Untersuchung der informationsstrukturellen Begriffe zeigt sich, dass die Ursache...

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