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Ezra Pound

Minstrel der Moderne Untersuchungen zur inter- und intrakulturellen Übertragbarkeit poetologischer und kunsttheoretischer Prinzipien

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Stefan Loyen

Das Buch beschäftigt sich mit dem amerikanischen Dichter Ezra Pound, einem der wichtigsten Vertreter der literarischen Moderne. Seine epochalen Theorien des Imagismus und Vortizismus sind die Apizes der Ismen des fin de siècle; seine dichterischen Prinzipien und Methoden der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Kunst und Literatur für das neue 20. Jahrhundert. Diese Studie untersucht, wie sich seine Lyrik als ein dem Sinnhaften entgegengestellter, extratextlicher Gegenstand fixieren lässt und ob sich eine unmittelbare Verbindung zwischen Pounds Lyrik und physischer Präsenz herstellen lässt. Erstens als Wiederbelebung des klassischen Ideals ut pictura poesis und zweitens als Grundlage der Materialitätsdebatte, die ein zentrales Paradigma der modernen literaturwissenschaftlichen Forschung ist.
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Einleitung

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Motivation

Ich sage nicht, daß [sic!] die alten Meister schlecht gearbeitet haben oder ihre Aufgabe nicht erfüllten. Ich glaube nur, daß [sic!] sie ihre Aufgabe so vollständig erfüllten, daß [sic!] ihr euch schämen sollt, auf die alten Fragen immer wieder eine andere Antwort finden zu wollen, anstatt neue Fragen zu stellen.

Brecht IN: Hecht 1968: 9

Neugierig und vielleicht auch etwas irritiert, wird sich der Leser wundern, ob und wenn ja, welche neuen Fragen ich in Bezug auf die Verortung von Pounds Lyrik im Kanon der Künste zu stellen gedenke, und zu welchen neuen Erkenntnissen ich so gelangen werde.

Neugierig, denn seines Wissens sind Literatur- und Geisteswissenschaften, denkt man nur an Kenners The Pound Era, diesem Forschungsgegenstand im Valentinschen Sinne in überaus umfangreichen Untersuchungen nachgegangen. Irritiert, denn er wird mehr oder minder überrascht feststellen, dass es sich nicht um neue Fragen, sondern um eine Verrücktheit handelt, um eine Verrücktheit der alten Fragen.

Natürlich liegt mir nichts ferner, als einer Autorität Brechtschen Formates zu widersprechen. Allerdings lässt mich zum einen ein gesundes Selbstbewusstsein verbunden mit einer realistischen Selbsteinschätzung mutmaßen, dass Brechts Kritik nicht an mich gerichtet ist, und mir so die Freiheit gewährt wird, auch einer unter Umständen alten Frage nachzugehen, ohne dabei gegen die erhobenen Einwände verstoßen zu müssen. Zum anderen sei mir an dieser Stelle eine kurze kritische Anmerkung erlaubt,...

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