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Natur bei Rainer Maria Rilke

Wald, Park, Garten und ihre literarische Darstellung

Alfred Hagemann

Du siehst ich stecke mitten im Wald – Rilkes Zitat von 1909 ist nur eines von zahlreichen Belegen in seinen Briefen, die Alfred Hagemann untersucht. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Sujets Wald, Park und Garten in allen Textgattungen, Werkstufen sowie sämtlichen biographischen Phasen Rilkes. Intertextuelle und intermediale Aspekte ergänzen die Interpretation. Die europäischen Orte, die Rilke literarisch gestaltet, erweisen dabei ihre besondere Qualität als poetische Orte. Bisher unberücksichtigt in der Forschung war der Aspekt Wald. Insgesamt entsteht ein Themenpanorama, das von Natürlichkeit bis Künstlichkeit reicht. Aspekte des Themas Natur bei Rilke werden auf diese Weise erkennbar, aber auch die jeweiligen Querverbindungen zur Kunst und zum Zeitkontext.
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4 Der Park in Rilkes Briefen, Tagebüchern und Werken

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Nachdem der abgegrenzte, vom Menschen geprägte Bereich des Gartens untersucht wurde, folgt nun der Park als umgrenztes Areal, in dem sich Natur und Kunst noch stärker verbinden. Zu zweiundzwanzig Parks aus sechs europäischen Ländern wurden Textbeispiele ausgewählt.

Die erste Ebene der Kapitelgliederung unterscheidet zunächst zwischen öffentlichen und privaten Parkanlagen: Rilke war ab 1902 nicht nur Einwohner der Großstadt Paris, sondern (vor allem in der Phase bis zum Ersten Weltkrieg) auf zahlreichen Landgütern auf private Einladung hin zu Gast, die häufig erst durch seine Texte bekannt und berühmt wurden. Rilkes „world of the benefactress, the elite circle and the castle park“1094 wurde durch den Ersten Weltkrieg weitgehend zerstört, fand aber in der Schweiz, in neuer Form, eine Fortsetzung.

Auf einer zweiten Ebene wird die europäische Dimension sichtbar, außerdem die deutliche Vorliebe für formale Parks. Nicht-formale Gärten umgeben ihn seit seiner Jugend, aber erst in seinen Schweizer Jahren setzt er sich, zumindest nach Lage der Briefzeugnisse, intensiver mit dem Landschaftspark auseinander. Die „deskriptiven Briefpassagen“ und die Übergänge vom Brief zur Lyrik gewinnen in diesem Kapitel an Bedeutung. Als Spezialaspekt des Briefwerks werden die Briefe über Cézanne unter dem Parkaspekt einbezogen. Im Bereich des literarischen Werks wird im Anschluss daran in drei Schritten der Blick auf drei Werke und Gattungen gerichtet: auf Rilkes lyrisches Drama Die weiße Fürstin, auf seinen Cornet und die Aufzeichnungen des Malte Laurids...

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