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Satzmodusmarkierung im europäischen Sprachvergleich

Interrogativsätze im Deutschen und im Ungarischen mit einem typologischen Ausblick auf andere europäische Sprachen

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Attila Péteri

In seiner stark überarbeiteten und ergänzten Habilitationsschrift vergleicht der Autor die Markierung der Interrogativsätze im Deutschen und im Ungarischen vor dem Hintergrund weiterer sieben europäischer Sprachen. Diese sind Latein, Englisch, Italienisch, Russisch, Finnisch, Türkisch und Albanisch. Das oberflächensyntaktische und kontrastiv-deskriptive Verfahren basiert auf umfangreichen empirischen Korpusuntersuchungen. Berücksichtigt werden vor allem Wortstellungsstrukturen, Partikelgebrauch, Interrogativphrasen, Questiontags, intonatorisch-prosodische Merkmale sowie deren Kombinationen.
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4 Interrogativsätze im Ungarischen

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4.1 Vorbemerkungen: Das Ungarische unter den europäischen Sprachen

Das Ungarische ist eine der wenigen europäischen Sprachen nicht indogermanischer Herkunft. Es gehört der uralischen, genauer der finnougrischen Sprachfamilie an. Die nächsten genealogisch verwandten Sprachen sind das Wogulische und das Ostjakische in Westsibirien (vgl. Kiss 2003:905). Seit etwa 2500 Jahren hat das Ungarische keine unmittelbaren Kontakte mehr zu den verwandten Sprachen. Während der Völkerwanderungszeit (ca. 1000 v. Chr. bis 896 n. Chr., die sog. urungarische Periode) waren zuerst Kontakte zu alttürkischen Sprachen entscheidend. Nach der Landnahme im Karpatenbecken im Jahr 896 und später mit der Aufnahme des Christentums durch König Stephan I. (1000-1038) fingen intensive Sprach- und Kulturkontakte zu indogermanischen Völkern an. In der ganzen ungarischen Sprachgeschichte, d.h. im Altungarischen (896 bis 1526), im Mittelungarischen (1526 bis 1772) sowie im Neuungarischen (ab 1772)88 waren slawische Sprachen, das Deutsche und das Latein maßgebende Kontaktsprachen. Ferner gab es sporadische Kontakte auch zu zahlreichen anderen europäischen Sprachen (Französisch, Italienisch, Englisch usw.).

Ein Sprachvergleich des Ungarischen mit anderen europäischen Sprachen ist deshalb besonders interessant, weil das Ungarische als agglutinierende finno-ugrische Sprache von seiner Genealogie her grundsätzlich über andere typologische Merkmale verfügt als die indogermanischen Sprachen. Durch das lange Zusammenleben im europäischen Sprach- und Kulturraum hat diese Sprache jedoch deutliche „europäische“ Merkmale aufgenommen. Deutsch und Ungarisch sind ferner auch deshalb besonders interessante Vergleichssprachen, weil sie im gemeinsamen mitteleuropäischen Areal, im...

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