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Bundesdeutsches Wortgut in der österreichischen Pressesprache

Von «Abitur» bis «Zicken-Zoff»

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Inés Pichler

Die Autorin untersucht die Einflüsse der bundesdeutschen Sprache auf die österreichische (Presse-)Sprache. Sie zeigt, welche Funktionen bundesdeutsches Wortgut im österreichischen Deutsch erfüllt und wie aus der produktiven Verwendung bundesdeutscher Elemente neue Ausdrucksmöglichkeiten entstehen. Das Buch stützt sich auf die erste groß angelegte korpuslinguistische Untersuchung zu diesem Thema und ergänzt die Forschung zum Verhältnis österreichisches/bundesdeutsches Deutsch um eine weitere Facette. Damit dient es auch als Grundlage für weitere Studien.
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5 Wortmaterial

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Für den bundesdeutschen Wortschatz gibt es keine vorgefertigten Wörterbücher oder Wortlisten (vgl. Kapitel 3.3 ab S. 32). Folglich musste auf Basis des VWB 2004 (siehe auch 3.3.2 auf S. 33) als erster Schritt dieser empirischen Untersuchung eine umfassende Sammlung standardsprachlicher Teutonismen angelegt werden. Die Bedeutungsangaben zu den nationalen Varianten in dieser Arbeit sind dem VWB entnommen. Dies gilt auch für die Angaben zur Lautung.

5.1 Abgrenzungsfragen

Wenn von einem Teutonismus gesprochen wird, meint man in erster Linie die Zuordnung einer nationalen Variante zu einem Staat oder einer Region. Als Teutonismus wird ein Lexem verstanden, dessen Gebrauch und Geltung räumlich eingegrenzt werden kann. Diese Definition jedoch ist bei genauerer Betrachtung zu einfach: Wortbildungen können Einfluss auf die räumliche Zuordnung von Lexemen haben (siehe 5.1.2 auf S. 74), so ist Mütze ein Teutonismus, Zipfelmütze jeoch nicht. Die Klassifizierung Teutonismus muss auch in einem zeitlichen Rahmen gesehen werden: Welche Wörter sind zu welchem Zeitpunkt Teutonismen? Eine Veränderung von Sachverhalten und Rahmenbedingungen kann diese Zordnung hinfällig machen (z. B. Gendarmerie ist seit 2005 in Österreich veraltet, weil es die Institution unter dieser Bezeichnung nicht mehr gibt.). Und schließlich hat auch die situative Verwendung, der sprachliche Kontext bzw. die Einbettung in ein Subsystem (z. B. Fachsprache) Auswirkungen auf die räumliche Zuordnung.

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