Show Less
Restricted access

Transnationale Produktentwicklungsprozesse in multinationalen Unternehmen

Institutionelle, macht- und organisationstheoretische Einflussfaktoren

Sinje Späth

Die Innovationsfähigkeit von multinationalen Unternehmen basiert zunehmend auf der Vernetzung von Niederlassungen in führenden Fertigungsregionen, Wachstumsmärkten und technologischen Clustern. Mitarbeiter nehmen die Dezentralisierung von Entwicklungskompetenzen jedoch eher mit Resignation als Begeisterung hin. Autonomiebestrebungen, heterogene Arbeits- und Wissensstrukturen und verschiedene soziokulturelle Hintergründe führen zu Konflikten zwischen verteilten Managern und Entwicklern. Diese Studie erklärt die institutionellen, macht- und organisationstheoretischen Ursachen hinter Konflikten in Transnationalisierungsprozessen. Drei Fallstudien geben einen spannenden Einblick in die strategische Aushandlung und operative Umsetzung transnationaler Produktentwicklungsprojekte.
Show Summary Details
Restricted access

3 Die Entstehung transnationaler Innovationsstrukturen: Organisationstheoretische, machttheoretische und institutionelle Einflussfaktoren

Extract



Mit der dargestellten Definition von Transnationalisierung können die in den letzten Jahrzehnten zu beobachtenden Veränderungen in der Organisation von F&E begrifflich gefasst werden, ohne institutionelle, organisations- und machttheoretische Einflussfaktoren auf Transnationalisierungsprozesse auszublenden. Aus organisationstheoretischer Perspektive treffen in Innovationsprozessen bereits an einem Unternehmensstandort eine Vielzahl an Gruppierungen mit heterogenen Interessen und Wissensbeständen aufeinander. Es kommt zu Widerständen und Machtspielen zwischen verschiedenen fachlichen Gruppierungen, welche zudem im Wechselspiel verschiedener hierarchischer Ebenen ausgetragen werden (siehe z. B. Zündorf 1982; Cyert und March 2006). Die ressourcenbasierte Netzwerkforschung überträgt diesen machttheoretischen Blickwinkel auf den internationalen Kontext. Vertreter dieser Richtung heben hervor, dass das Top-Management in MNU keine homogene Gruppe darstellt, welche die Struktur des MNUs entsprechend ihrer Kenntnis weltweiter Umweltanforderungen planen kann.9 MNU werden stattdessen als lose Föderationen aus heterogenen Gruppierungen mit eigenen kritischen Wissens- und Machtressourcen oder auch als politische Systeme verstanden (siehe z. B. Birkinshaw 2001a; Forsgren ← 23 | 24 → et al. 2005). Als Voraussetzung für Wissensaustausch werden nicht geteilte Normen, sondern wechselseitige Abhängigkeiten genannt (siehe z. B. Birkinshaw 2001a; Forsgren et al. 2005). In Beiträgen der Institutionalismusforschung wird ebenso hervorgehoben, dass Normen und „best-practices“ nicht umstandslos innerhalb des MNUs standardisiert werden können, da an Niederlassungen in verschiedenen lokalen Umwelten heterogene Legitimitätsanforderungen gelten. Im Zentrum der institutionalistisch geprägten Forschung stehen daher die gesellschaftlichen Einflussfaktoren auf die Handlungsrationalität weltweit verteilter Akteure aber auch auf deren Handlungsmöglichkeiten (siehe z. B. Geppert et al. 2003; Dörrenbächer...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.