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Transkulturelles Lernen

Literarisch-pädagogische Ansätze

Nadjib I. Sadikou

Die gegenwärtige verstärkte Migrationsdynamik sowie die damit einhergehende Diversifizierung der Weltgesellschaft statuieren eines: Unsere Lebenswelten sind so vielfältig wie nie zuvor geworden. In dieser Hinsicht werden Begriffe wie Integration, Inklusion oder Wertewandel besonders insistent gefordert. Aufgrund dessen hat der Diskurs über transkulturelles Lernen nicht nur eine wissenschaftliche Relevanz, sondern vordergründig auch eine gesellschaftspolitische. Das Buch analysiert die Inszenierung transkultureller bzw. transreligiöser Zusammenhänge in literarischen Texten und beleuchtet ihr pädagogisches Potential.
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Kapitel III: Literatur – Experimentierfeld transkulturellen und transreligiösen Lernens

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Kapitel III:  Literatur – Experimentierfeld transkulturellen und transreligiösen Lernens

„Alles was es gibt, ist in ihr – Was nicht in ihr ist, gibt es nicht.“(Spruch aus dem indischen Epos Mahabharata)

Im Zusammenhang mit dem im Kapitel II aufgezeigten Skandal um den Filmtrailer „Innocence of Muslims“ geschah durch eine glückliche Koinzidenz, dass sowohl der emeritierte Papst Benedikt der XVI. sowie viele muslimische Stimmen wie zum Beispiel der ägyptische Autor Hamed Abdel-Samad, ein Appel dafür lancierten, die kollektive Erziehung zu Hass und Ignoranz in der Welt endlich zu stoppen.108 Es stellt sich jedoch die Frage, wie dies zu bewerkstelligen sein kann. Das vorliegende Buch vertritt die These, dass Literatur uns kraft ihrer Denkmöglichkeiten ein Reservoir an Wissen zur Verfügung stellt, welches einen entscheidenden Beitrag zu der besagten kollektiven Erziehung leisten kann. Diese Eigenschaft der Literatur offerierte eindrucksvoll Schiller in seiner Abhandlung Über die ästhetische Erziehung des Menschen. Schiller zufolge könne eine grundlegende Reform des Menschen im Bereich des Ästhetischen bewirkt werden, weil sie den Menschen in seiner Totalität erfasse, „Weil nur aus dem ästhetischen […] Zustand der moralische sich entwickeln kann.“109

Insofern scheint mir der Weg oder Umweg über die Kunst bzw. über das Literarische einer der wirkungsvollsten Kanäle zu sein, um die so drängende kollektive Erziehung in der Praxis voranzutreiben. Die Literatur der Welt bietet uns Figuren und Motive, deren Komplexität und Disparität den transkulturellen Transfer affirmieren und neu zu verhandeln versuchen. In ungewöhnlicher...

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