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Imaginationen des Endes

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Edited By Aneta Jachimowicz, Alina Kuzborska and Dirk H. Steinhoff

Das Ende als eine anthropologische Kategorie und Anschauungsform prägte schon immer die kulturellen Diskurse. Der Band versammelt Beiträge über die verschiedensten Imaginationen des Endes, begonnen mit den Untergangsvisionen der altorientalischen Welt und der Offenbarung des Johannes über die mittelalterlichen Apokalypsen und messianischen Konzepte bis hin zu den Untergangsvorstellungen der Moderne (etwa vom Ende der Geschichte) und den postapokalyptischen Narrationen. Das Ende wird nur selten als ein absolutes aufgefasst. Zumeist soll es zu einem Neuanfang führen, auch wenn sich dieser als Leere erweisen sollte.
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Vorwort

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Der vorliegende Band beleuchtet das Ende als historisches und kulturelles Phänomen unter einem etwas anderen Blickwinkel – man könnte sagen, gegen den Strich der bisherigen Forschung zur Apokalypse und den Untergansvisionen, die seit den 1990er Jahren in den aktuellen und gängigen End-Imaginationen ihren Nährboden gefunden haben.1 Im Zentrum des Bandes stehen die End-­Konzepte, die sich weniger auf reale Bedrohungen der Menschheit beziehen oder durch mediale Verbreitungen diverser prophezeiter Weltuntergänge gespeist werden, sondern vielmehr geht es hier darum, die Kehrseite der Vorstellungen vom Ende in den Blick zu rücken: In Anlehnung an Karlheinz Stierle, der das Ende als anthropologische Kategorie und eine Anschauungsform versteht, setzt sich dieser Band zum Ziel, die jeweiligen End-Konzepte als Produkt der imaginativen Vorstellungskraft zu präsentieren und – was hervorzuheben ist – die „andere“ Seite vom Ende als die ausschließlich apokalyptische und schwarzseherische zu beleuchten. Die Annahme, dass die Welt zu ihrem Schlusspunkt kommen soll, ist keineswegs rein dekadent und nihilistisch, was sehr aufschlussreich und plastisch die tradierten Narrationen vom Ende vor Augen führen: Auf das Jüngste Gericht soll die Ewigkeit, auf den Sieg der parlamentarisch-­marktwirtschaftlichen ­Ordnung die Phase einer unbefristeten Stabilität folgen. Auch das Ende der Großen Erzählungen bedeutet kein Verstummen, sondern einen Anfang von verschiedenen, sich rhizomatisch verbreitenden, unzähligen kleinen Diskursen. Das Ende wird dementsprechend endlos, labyrinthisch und polyphonisch (Waszak).

Der Band knüpft darüber hinaus an eine Modeerscheinung in der Wissenschaft an, die aus dem Ende...

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