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Imaginationen des Endes

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Edited By Aneta Jachimowicz, Alina Kuzborska and Dirk H. Steinhoff

Das Ende als eine anthropologische Kategorie und Anschauungsform prägte schon immer die kulturellen Diskurse. Der Band versammelt Beiträge über die verschiedensten Imaginationen des Endes, begonnen mit den Untergangsvisionen der altorientalischen Welt und der Offenbarung des Johannes über die mittelalterlichen Apokalypsen und messianischen Konzepte bis hin zu den Untergangsvorstellungen der Moderne (etwa vom Ende der Geschichte) und den postapokalyptischen Narrationen. Das Ende wird nur selten als ein absolutes aufgefasst. Zumeist soll es zu einem Neuanfang führen, auch wenn sich dieser als Leere erweisen sollte.
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Phänomen der Endlichkeit: Vampirismus

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1. Gesundheitspragmatik im 18. Jahrhundert

Die im Zeichen der Aufklärung aufkeimende Kontroverse zwischen religiös-kosmologischem Weltbild und der sich etablierenden wie neuausrichtenden ­natur- und geisteswissenschaftlichen Forschung hatte Auswirkungen auf das durch Traditionen bestimmte Selbstverständnis des Menschen. Neben der Kritik an Religion und Kirche waren es – im Zusammenhang mit dem Thema dieses Beitrages – vor allem die althergebrachten Sitten und Gebräuche der Landbevölkerung, welche auf unreflektierte Anschauungen überprüft wurden. Die Praxis des Aberglaubens und der magisch-mystischen Einbettung im Alltag war eine Wissens- und Vorstellungswelt, die nicht in das Konzept von Vernunft und Wahrheit hineinpasste. Einige Aufklärer wie David Hume, Voltaire oder Immanuel Kant sahen das zentrale Anliegen der Aufklärung darin, tradierte Glaubensformen und Praktiken im Namen von Vernunft und rationaler Wissenschaft als abergläubisch zu pejorisieren. Doch der Glaube an ein übersinnliches, unter Vernunftmaßstäben unerklärliches Wirken von Heilkräften war in der profanen Volkskultur nach wie vor vorhanden und bestätigte zugleich den Abstand zur selbst ernannten Bildungselite.

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