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Imaginationen des Endes

Series:

Aneta Jachimowicz, Alina Kuzborska and Dirk H. Steinhoff

Das Ende als eine anthropologische Kategorie und Anschauungsform prägte schon immer die kulturellen Diskurse. Der Band versammelt Beiträge über die verschiedensten Imaginationen des Endes, begonnen mit den Untergangsvisionen der altorientalischen Welt und der Offenbarung des Johannes über die mittelalterlichen Apokalypsen und messianischen Konzepte bis hin zu den Untergangsvorstellungen der Moderne (etwa vom Ende der Geschichte) und den postapokalyptischen Narrationen. Das Ende wird nur selten als ein absolutes aufgefasst. Zumeist soll es zu einem Neuanfang führen, auch wenn sich dieser als Leere erweisen sollte.
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Literarische Imaginationen des Endes im Umfeld der globalen Finanzkrise 2008

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Mit dem spektakulären Zusammenbruch der Investmentbank Lehmann Brothers am 15. September 2008 erreichte die Finanzkrise weltweit ihren Höhepunkt. Seit diesem Tag überschlugen sich die Ereignisse: Die Börsenwerte gingen auf Talfahrt, viele Unternehmen der Finanzbranche meldeten Verluste und Insolvenzen, große Finanzdienstleister mussten durch staatliche Subventionen gerettet werden, in der Realwirtschaft folgten Produktionssenkungen und Unternehmenszusammenbrüche und auf staatspolitischer Ebene drohten Staatsinsolvenzen.

Zur Vorgeschichte der jüngsten Weltwirtschaftskrise gehört die Ideologie der New Economy, die seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre auf grenzenlose Liberalisierung der Finanzmärkte setzte und Hoffnungen auf unlimitierte Wachstumsmöglichkeiten in den s. g. Emerging Markets anheizte. Man glaubte, die Innovationen in der Informations- und Kommunikationstechnik würden außergewöhnliche Produktivitätsraten sichern und neue Arbeitsmöglichkeiten hervorbringen. Mit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahre 2000 rutschten die Technologiewerte an den Börsen in den Keller, was den endgültigen Niedergang der New Economy besiegelte. Die anschließende Immobilienkrise auf dem ameri­kanischen Markt zog eine weltweite Bankkrise nach sich, die wiederum in den letzten Jahren in eine europäische Währungskrise und in Konsequenz in eine Staatsschuldenkrise überging.

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