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Hegel in der Kritik zwischen Schelling und Marx

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Wolfdietrich Schmied-Kowarzik

Dieses Buch thematisiert, auf zentrale Fragestellungen Hegels bezogen, die beiden grundlegendsten Kritiken seines absoluten Idealismus. Hegels Dialektik ist der Versuch, den Geist als das Übergreifende über sich als Denken und sein Anderes, das Sein, zu begreifen. Doch kann der Geist in dieser Dialektik das Sein immer nur als Gegenstand des Denkens fassen, nicht aber als eigenständige Wirklichkeit, der es selbst mit angehört. Dies arbeitet Schelling in seiner Auseinandersetzung mit der Logik seines Jugendfreundes Hegel heraus und expliziert dies insbesondere am Problembereich der Naturphilosophie. Unabhängig davon kommt etwas später Marx zu einer ganz ähnlichen Kritik, die er vor allem an Problemstellungen der Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie darlegt.
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2. Die dialektische Aufhebung von Idee und Materie in der gesellschaftlichen Praxis

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Die Philosophen haben die Welt verschieden interpretiert, aber sie sahen sich dabei immer vor die Aufgabe gestellt, Idee und Materie, Geist und Natur, Sinn und Existenz miteinander zu vermitteln und den Menschen aus und in beiden zu begreifen. Sehen wir von den rohen monistischen Reduktionismen ab, die jeweils versuchen, eines der beiden Momente linear auf das andere zurückzunehmen, so dass das Materielle als Abbild des Ideellen oder das Ideelle umgekehrt als Abbild des Materiellen dargestellt wird; sehen wir weiterhin vom begrifflosen Dualismus ab, für den Idee und Materie ursprünglich nebeneinander gegeben sind und sich in irgendwelcher Wechselwirkung auseinander bestimmen, so steht die philosophische Weltinterpretation immer vor der Aufgabe, sowohl die unableitbare Eigenständigkeit von Idee und Materie als auch das Übergreifende des einen von beiden über beide zu begründen. Diese Aufgabe ist eine schlechthin dialektische. Aller Materialismus und aller Idealismus – soweit sie sich philosophisch verstehen – sind um eine dialektische Einholung von Idee und Materie aus dem Vorrang von jeweils einem der Momente bemüht. An den unbewältigten Problemen solcher Vermittlungsversuche entzünden sich die forttreibenden Gegenentwürfe des philosophischen Materialismus und des philosophischen Idealismus – wenn auch meist unter anderen Selbst- und Gegnerbenennungen. An ihrem fortbestehenden Gegensatz demonstrieren sie jedoch gleichzeitig, dass Idee und Materie als unbewältigter Widerspruch sie selbst noch als gegensätzliche philosophische Weltinterpretation durchzieht.

Am klarsten wurde die dialektische Vermittlungsaufgabe der Philosophie im Deutschen Idealismus von Kant über Fichte zu Schelling und Hegel ← 38 | 39 → herausgearbeitet.31 Hier wollen wir die...

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