Show Less
Restricted access

Die Rechtsform der wissenschaftlichen Hochschule

Series:

Mirjam Müller

Ein Wechsel der Hochschulrechtsform soll die Effizienz der Hochschulen steigern und private Mäzene aktivieren. Dieses Werk untersucht, welche Organisationsformen für staatliche Universitäten verfassungsrechtlich zulässig und im Hinblick auf die Ziele der Reform geeignet sind. Im Rahmen der verfassungsrechtlichen Vorgaben finden u.a. die Wissenschaftsfreiheit nach Art. 5 Abs. 3 GG, die landesverfassungsrechtlichen Garantien der akademischen Selbstverwaltung, die demokratische Legitimation der Hochschulen und die Stellung des Hochschulpersonals Berücksichtigung. Im Einzelnen befasst sich das Werk mit der Körperschaft und der Anstalt des öffentlichen Rechts, den unterschiedlichen Formen der Stiftungsuniversität, dem Verein, der GmbH und der Aktiengesellschaft.
Show Summary Details
Restricted access

dd) Die weiteren möglichen Organe eines Vereins

Extract



Die Satzung kann neben der Mitgliederversammlung und dem Vorstand weitere Organe vorsehen.1600 Externer Sachverstand oder auch private Spender können an der Aufgabenwahrnehmung der Hochschule in einem gesonderten Gremium (z. B. einem Kuratorium oder Beirat) beteiligt werden. Diesen Organen kommt regelmäßig eine beratende oder beaufsichtigende Funktion zu; die Satzung kann ihnen aber auch Entscheidungskompetenzen übertragen.1601 Privatrechtliche ← 257 | 258 → Grenze einer solchen Aufgabenverteilung ist das Prinzip der Verbandsautonomie: Dem Verein muss ein gewisses Maß an Eigenständigkeit verbleiben.1602 Die Befugnisse von Organen, die nicht mit Hochschulangehörigen beziehungsweise speziell mit Trägern der Wissenschaftsfreiheit besetzt sind, ist zudem schon verfassungsrechtlich durch Art. 5 Abs. 3 GG und die entsprechenden landesverfassungsrechtlichen Garantien der akademischen Selbstverwaltung begrenzt.

ee) Die Hochschule als Gesamtverein

Ein Verein kann aus mehreren Untergliederungen bestehen, die zwar eine Gesamtorganisation bilden, aber dennoch rechtlich selbständig sein können (Gesamtverein).1603 Die einzelnen, selbständigen Teile des Gesamtvereins sind ebenfalls körperschaftlich organisiert und haben eigene Organe, in der Regel eine Mitgliederversammlung und einen Vorstand.1604 Vereinsrechtlich ließe sich die Aufteilung der Hochschule in verschiedene, zumindest teilrechtsfähige, Fakultäten beziehungsweise Fachbereiche daher aufrechterhalten. Der Dekan beziehungsweise das Dekanat entspräche dem Vorstand der Untergliederung, der Fachbereichs- beziehungsweise Fakultätsrat fände sein Pendant in der Mitglieder- oder Vertreterversammlung.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.