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Die Inszenierung der Nation

Das Kaiserreich Brasilien im Zeitalter der Weltausstellungen

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Sven Schuster

Das Buch erforscht die Beteiligung Brasiliens an den Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts, mit denen das tropische Kaiserreich potenzielle Einwanderer und Investoren ködern wollte. Die Inszenierung einer modernen Nation im Ausland hatte nur wenig mit der von wirtschaftlicher Rückständigkeit und Sklaverei geprägten Realität gemein. So konnten die idealisierten Exponate in den Ausstellungspavillons die Spannungen im Inneren des Kaiserreichs nur bedingt verdecken. Auf den Weltausstellungen wird somit in kondensierter Form sichtbar, welche Widersprüche sich im Nationsbildungsprozess auftaten, welche globalen Einflüsse dabei eine Rolle spielten und wie bis heute nachwirkende kollektive Selbst- und Fremdbilder entstanden.
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Schlussbetrachtung

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Por ello, los requisitos del nacionalismo moderno y las exigencias de las cambiantes ideas de la modernización han sido cumplidas en una especie de comedia en la que, aunque con personajes y papeles variables, la trama, vestuario y escenario son siempre los mismos.1055

(Mauricio Tenorio Trillo)

Obwohl der Sturz der Monarchie in politischer Hinsicht ein neues Zeitalter einläutete, maß die republikanische Regierung der Beteiligung an den Weltausstellungen weiterhin große Bedeutung bei. Insofern wurde die zwischen Mai und Oktober 1893 in Chicago stattfindende World’s Columbian Exposition als willkommene Gelegenheit betrachtete, der Welt ein »neues« und »regeneriertes« Brasilien zu zeigen, das sich nun stärker mit dem US-amerikanischen Republikanismus und Panamerikanismus identifizierte.1056 In kulturellen Belangen war Europa zwar noch immer ein Vorbild, doch in Bezug auf das politische System und die wirtschaftliche Entwicklung galt es nun die USA zu emulieren.

Doch ebenso wie es den US-amerikanischen Machern der Ausstellung nicht gelang, den großen Erfolg der Exposition Universelle von 1889 zu übertreffen, fiel auch die brasilianische Beteiligung recht enttäuschend aus. Während die Chicagoer Ausstellung mit 27 Millionen Besuchern etwas hinter den 29 Millionen Besuchern der Pariser Ausstellung zurückblieb, war auch die brasilianische Sektion von Schwierigkeiten aller Art geplagt.1057 Wie Lívia Lazzaro Rezende diesbezüglich anmerkt, hatten die brasilianischen Ausstellungsorganisatoren das Konzept der schlecht geplanten und reichlich chaotisch verlaufenen Exposição Preparatória, die 1892 im viel zu kleinen MN stattfand, ohne große Änderungen auf Chicago übertragen....

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