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Die soziale Herkunft der dänischen Studenten

Theodor Geiger Gesamtausgabe- Abteilung IV: Soziale Schichtung und Mobilität- Band 4

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Klaus Rodax

«Die vorliegende Untersuchung möchte Genaueres über die Abstammung der akademischen Jugend ermitteln. Die leitenden Fragestellungen waren: 1) Um wieviel lebhafter und bunter stellt sich die Umrekrutierung des Akademikerstandes dar, wenn man die jungen Akademiker nicht, wie üblich, nur auf ihre direkte väterliche, sondern auf ihre indirekte grossväterliche Abstammung hin untersucht? 2) Welche Zwischenglieder (Väter) stehen typischerweise zwischen Grossvätern in den verschiedenen Sozialschichten und deren studierenden Enkelkindern?» (Theodor Geiger)
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II. Sozialstruktureller Hintergrund

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Wenn auf die verhältnismäßig kleine Quote an Kindern von Arbeitern, Kleinbauern usw. unter den Studierenden verwiesen und daraus die Schlußfolgerung gezogen wird, daß die Erneuerung des Akademikerstandes auf „einseitige“ Weise geschah, geht man offenbar – bewußt oder unbewußt – von einer bestimmten Vorstellung aus, wie die Neurekrutierung vor sich gehen müßte. Wenn zum Beispiel 7 % Arbeiterkinder unter den Studierenden „zu wenig“ sind – wie viele würden dann „die richtige Quote“ sein? Man denkt sich anscheinend die Gesellschaft in eine bestimmte Anzahl unterschiedlich großer Gesellschaftsschichten gegliedert – zum Beispiel große und kleinere Gewerbetreibende, die große und die kleinere Landwirtschaft, die Angestellten, die Arbeiter usw. – und setzt, ohne es allerdings direkt zu sagen, eine paritätische Fluktuation als Maßstab. Diese würde vorliegen, wenn die Plätze, die bei jedem Generationswechsel in einer Gesellschaftsschicht frei werden, mit jungen Leuten aus allen Gesellschaftsschichten im Verhältnis zu deren zahlenmäßiger Größe besetzt würden. Diese Vorstellung von einer paritätischen Erneuerung nach den Gesetzen der Statistik wird jetzt ganz besonders bei den Akademikern angewendet. Es ist nur bezeichnend, daß niemand ernsthaft daran denkt, sie als Maßstab für die Neurekrutierung von Bauern oder von Industriellen anzusetzen – offenbar weil man im voraus weiß, daß sich dort ganz andere Faktoren (Geschlechtstradition, Besitz von Produktionsmitteln oder Geldkapital) geltend machen.

So gesehen, stellt sich die Zusammensetzung der Studierenden nach Herkunft allerdings als übermäßig schief dar. Namentlich der recht hohe Prozentsatz an Akademikerkindern unter den...

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