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Zeitung als Zeichen

Identität und Mediennutzung nationaler Minderheiten in Deutschland

Swea Starke

Zwei der vier nationalen Minderheiten Deutschlands verfügen über eigene Medien in ihrer jeweiligen Minderheitensprache: die dänische Minderheit sowie das sorbische Volk. Während der dänischen Minderheit lediglich eine Tageszeitung zur Verfügung steht – sie jedoch die Medien des angrenzenden Dänemarks nutzen kann –, können die Sorben auf eine vergleichsweise große Minderheitenmedienlandschaft zugreifen. Erstmals wird untersucht, welche Verbindung zwischen der sozialen Identität als Angehöriger der dänischen bzw. sorbischen Minderheit und der Nutzung von Minderheitenmedien besteht. Mithilfe empirischer Daten untersucht die Autorin die Bedeutung der Minderheitenmedien für diese beiden sehr unterschiedlichen Sprachgruppen und findet bemerkenswerte Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
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1. Einleitung

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1.  Einleitung

Massenmedien spielen im Alltag der meisten Menschen – zumindest in der westlichen Welt – eine wichtige Rolle; ein Großteil der Menschen nutzt sie täglich. Medien erfüllen verschiedene Funktionen und sie haben verschiedene Wirkungen. Einen Aspekt stellt die Bedeutung für die persönliche und soziale Identität von Menschen dar.1 Dabei sind Massenmedien als komplexe Kulturgüter wichtige Mittel für die gesellschaftliche Integration jedes einzelnen. Den Stellenwert von Massenmedien fasst Lünenborg wie folgt zusammen:

Massenmedien sind […] keine exklusive Instanz der Artikulation kultureller Zugehörigkeit. Aber in einer zunehmend durch massenmediale Kommunikation geprägten Gesellschaft […] kommt ihnen eine wesentliche Funktion zu. Bei der Konstitution von Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Formation übernehmen Medien grundlegende Bedeutung. Massenmedien sind Motor und Akteur der Herstellung von individuellen, gruppenspezifischen und gesellschaftlichen Identitäten.2

Besonders für Bevölkerungsgruppen, die eine eigene Sprache oder Kultur neben jener der Mehrheitsbevölkerung pflegen (wie z. B. Angehörige nationaler Minderheiten), ist es von besonderer Wichtigkeit, eigene Medien zur Verfügung zu haben. Die Bedeutung von Medien für die Identität von Minderheiten wurde von verschiedenen Autoren angenommen. So zeigt sich beispielsweise für Klaus Beck

die identitätsstiftende Funktion der technisch aufwendiger produzierten Kommunikationsmedien […] an der Funktion von Exilpresse, von ‚fremdsprachigen‘ Zeitungen und Radiosendungen für die Identität von ethnischen Minderheiten, Migranten, Gastarbeitern usw.3

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