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Die Lautgeschichte des mittelalterlichen Slavischen in Griechenland

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Elisabeth Skach

Das vorliegende Buch befasst sich mit Entlehnungen aus dem mittelalterlichen Slavischen ins Griechische und betrachtet sie aus dem Blickwinkel des heutigen Kenntnisstandes. Hauptanliegen der Autorin ist es, das entlehnte Wortgut innerhalb der Lautgeschichte des Slavischen relativ-chronologisch zu positionieren, nach einheitlichen Kriterien zu beschreiben und etwaige Besonderheiten der Entwicklung des Slavischen in Griechenland festzustellen. Der Index aller untersuchten griechischen Entlehnungen sowie der diesen zugrunde liegenden urslavischen bzw. gemeinslavischen Wörter ermöglicht auch die Verwendung des Buches als Nachschlagewerk.
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2. Die Urheimat der Slaven, ihre Wanderung und ihre Anwesenheit in Griechenland

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Die Urheimat der Slaven lag nach der bisher von den meisten Gelehrten vertretenen Meinung nördlich der Karpaten, im Bassin des Pripet’ und des Dnepr. Manche ließen sie weiter in den Westen (Lehr-Spławiński 1946 bis zum Mittellauf der Elbe, Niederle 1901 bis zur Weichsel und zum Westlichen Bug) oder weiter in den Osten reichen (Arcichovskij 1954 bis zum rechten Dnepr-Ufer südlich des Ros’, Niederle bis zum Südlichen Bug und zum Dnestr).16 Nach Udolph 1979 umfasste sie ein kleineres Gebiet, das sich von außen an den Karpatenbogen anlehnte und flächenmäßig ungefähr Galizien entsprach. Von ihrer Urheimat aus begannen sich die Slaven im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. auszubreiten, im Süden zunächst bis zur unteren Donau, in die Walachei.17 Seit dem frühen 6. Jahrhundert unternahmen sie von ihren damaligen Wohngebieten nördlich der Donau aus jährliche Ausfälle in das Gebiet südlich der unteren Donau.18 Ungefähr um 600 n. Chr. hatten sie die westlichen und südlichen Grenzen ihres mittelalterlichen Siedlungsgebietes erreicht.

Das Slavische von ca. 600 n. Chr., der Zeit unmittelbar nach der Expansion, wurde auf dem ganzen damals slavisch besiedelten Gebiet weitgehend einheitlich gesprochen und ist als Urslavisch zu bezeichnen.19 Manche der nach 600 n. Chr. durchgeführten, also nachurslavischen Lautwandel erfassten das gesamte damalige slavische Gebiet, andere hingegen nur Teile von diesem. So entstand eine Vielfalt von slavischen Idiomen, die vor dem Aussterben des Slavischen in Ostdeutschland, Ost...

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