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Persuasion im deutschen und italienischen Fußballspielbericht

Argumentation und Emotion

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Anja Unkels

Wer urteilt, der muss die Dinge hervorheben, auf denen das Urteil beruht, so Aristoteles. Dass der Fußballspielbericht demnach zum argumentativen Diskurs zählt, veranschaulicht die Arbeit anhand zahlreicher Beispiele deutscher und italienischer Online-Fußballspielberichte. Sie stellt ein graphisches Argumentationsmodell bereit, dessen Anwendbarkeit durch umfangreiche Beispielmodelle belegt wird. Dabei wird deutlich, dass die Texte wiederkehrende Strukturen aufweisen, die den jeweiligen Textaufbau steuern. Zudem generiert die Analyse eine persuasiv funktionale Unterscheidung von sprachlich thematisierter Emotion und Emotionsausdruck. In der Gesamtschau der persuasiven Mittel zeigt sich u.a., dass die Berichterstatter eine emotional positive Beeinflussung der Leser anstreben.
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6. Emotionscodierung in den Spielberichten

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Nachdem gezeigt werden konnte, welche argumentativen Textstrukturen das Korpus aufweist, und nachdem hinsichtlich der Rolle der Emotionen die Ethos- von der Pathosfunktion theoretisch abgegrenzt wurde, widmen sich die folgenden Kapitel der Interaktion von argumentativer Textstruktur und emotionalen Bedeutungsinhalten in der Empirie. Dabei steht in Kapitel 6.1 die tendenziell pathosorientierte Funktion der Thematisierung von Emotionen im Fokus, die dahingehend geprüft wird, ob sie eine argumentative Funktion, also eine Funktion auf der Logosebene besetzt. In Kapitel 6.2 wird hingegen eine zentrale Strategie der Emotionsinduktion, nämlich der tendenziell ethosorientierte Emotionsausdruck des Emittenten, erläutert, mit Beispielen aus dem Korpus exemplifiziert und ebenfalls hinsichtlich einer möglichen argumentativen Funktion auf der Logosebene untersucht.

6.1 Emotionszuschreibung

Mit den beschriebenen sprachlichen Möglichkeiten, einem Subjekt das Erleben einer bestimmten Emotion zuzuschreiben, kann der Emittent sich jene Emotionen in seiner Argumentation als Stützungen zunutze machen. Die thematisierte Emotion fungiert dann in der epideiktischen Rede als Argument für die vertretene(n) Bewertung(en):

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