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Deutsch kontrastiv aus italienischer Sicht

Phraseologie, Temporalität und Pragmatik

Series:

Claudio Di Meola and Daniela Puato

Dieser Band enthält die Beiträge der Tagung Kontrastive Linguistik Deutsch-Italienisch der Universität Rom La Sapienza vom Februar 2014. Italienische bzw. in Italien tätige Linguistinnen und Linguisten präsentieren insgesamt zehn Aufsätze sowie drei Rezensionskommentare mit den Themenschwerpunkten Phraseologie, Temporalität und Pragmatik. Der Band setzt den Fokus auf die deutsche Sprache und verfolgt dabei eine angewandte wie theoretische Zielsetzung. Einerseits diskutieren die Verfasser den praktischen Nutzen linguistischer Forschungsergebnisse im DaF-Unterricht, andererseits erhoffen sie sich neue sprachwissenschaftliche Erkenntnisse durch die Gegenüberstellung mit einer nicht eng verwandten Sprache aus dem europäischen Kulturkreis.
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Die Rolle der Kontrastivität in der Phraseodidaktik. Eine kognitive und konstruktionsgrammatische Perspektive

1. Einleitung

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Phraseologismen, insbesondere Idiome, stellen eine nicht zu unterschätzende Schwierigkeit in der L2-Didaktik (Fremdsprachendidaktik) dar. Idiome – d.h. idiomatische, polylexikalische und stabile Wortverbindungen (Dobrovol’skij/Piirainen 2009: 11) – weisen nämlich eine idiosynkratische Natur auf und folgen zumeist keinen kompositionellen Regeln. Sie erscheinen Lernern somit als völlig arbiträr und können zu Missverständnissen führen, wenn ihr phraseologischer bzw. idiomatischer Charakter nicht erkannt wird. Jedoch sind phraseologische Kenntnisse sehr wichtig für eine erfolgreiche Kommunikation, denn erst sie ermöglichen eine natürliche und spontane Interaktion innerhalb einer Sprachgemeinschaft (vgl. u. a. Aguado 2002: 43, Boers/Lindstromberg 2008: 7 und Hallsteinsdóttir 2011: 4).

Aus diesem Grund sind in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Studien mit dem Ziel durchgeführt worden, die phraseologische Kompetenz bei Fremdsprachenlernern zu verbessern (vgl. u. a. Daniels 1985, Hallsteinsdóttir 2001, Kühn 2005, Jesenšek 2006, Ettinger 2007, Wray 2007, Bérendi/Csábi/Kövecses 2008 sowie den Überblick bei Hallsteinsdóttir 2011). Diese Untersuchungen haben der Phraseodidaktik, d.h. dem relativ jungen Teilbereich der Phraseologie, der sich mit der didaktischen Umsetzung von Phraseologismen im L1- und L2-Unterricht beschäftigt (Ettinger 2001: 87; 2011: 232), viele Impulse gegeben (vgl. Hallsteinsdóttir 2011: 4–8).

Wenn aber einerseits die für italophone Germanistik-Studierende gedachten Einführungen in die Lexikologie des Deutschen (wie diejenigen von Bianco 2005 und Koesters Gensini 2009) der Phraseologie Beachtung schenken (da Phraseologismen als polylexikalische Einheiten des Lexikons einer Sprache zu erfassen sind), scheinen Phraseme andererseits noch keine Legitimierung...

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