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Deutsch kontrastiv aus italienischer Sicht

Phraseologie, Temporalität und Pragmatik

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Edited By Claudio Di Meola and Daniela Puato

Dieser Band enthält die Beiträge der Tagung Kontrastive Linguistik Deutsch-Italienisch der Universität Rom La Sapienza vom Februar 2014. Italienische bzw. in Italien tätige Linguistinnen und Linguisten präsentieren insgesamt zehn Aufsätze sowie drei Rezensionskommentare mit den Themenschwerpunkten Phraseologie, Temporalität und Pragmatik. Der Band setzt den Fokus auf die deutsche Sprache und verfolgt dabei eine angewandte wie theoretische Zielsetzung. Einerseits diskutieren die Verfasser den praktischen Nutzen linguistischer Forschungsergebnisse im DaF-Unterricht, andererseits erhoffen sie sich neue sprachwissenschaftliche Erkenntnisse durch die Gegenüberstellung mit einer nicht eng verwandten Sprache aus dem europäischen Kulturkreis.
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Direktivität und Ambiguität in Packungsbeilagen von Arzneimitteln. Eine kontrastive Studie Deutsch-Italienisch

1. Korpus und Datenbank

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Packungsbeilagen von Arzneimitteln sind auf pragmatischer Ebene durch eine groβe Anzahl direktiver Sprechakte gekennzeichnet, die den Patienten eine sachgemäße und sichere Anwendung des jeweiligen Medikaments ermöglichen sollen. Es ist wichtig, dass solche Sprechakte unmissverständlich formuliert werden und ihr Direktivitätsgrad eindeutig ist. Nur so ist gewährleistet, dass kein Interpretationsspielraum aufkommt und die Handlungsanweisung korrekt befolgt wird.

In der Praxis ist dies jedoch nicht immer der Fall. Zahlreiche deutschsprachige Packungsbeilagen von Arzneimitteln weisen eine pragmatische Ambiguität auf, die sowohl die Identifikation des primären Adressaten als auch den Direktivitätsgrad betrifft. Der Gebrauch von lexikalischen Modifikatoren erscheint somit erforderlich, um jeweils die spezifische Direktivität der Handlung zu klären. Allerdings sind im konkreten Verwendungskontext Funktion und Intensität derartiger Modifizierungen nicht immer eindeutig zu bestimmen (Puato 2013).1

Es wäre nun interessant zu untersuchen, ob die für das Deutsche festgestellte pragmatische Ambiguität auch für die direktiven Sprechakte der italienischen Packungsbeilagen zutrifft. Für die hier behandelte Textsorte existiert zwar ein von der Quality Review of Documents (QRD)-Gruppe2 der Europäischen Arzneimittel-Agentur erarbeitetes Template, das für alle Sprachen der Europäischen Union Gültigkeit hat und verbindliche Zulassungsvoraussetzung für ein Arzneimittel darstellt. Das Vorhandensein einer solchen Mustervorlage könnte eine substanzielle Uniformität zwischen den verschiedenen ← 187 | 188 → EU-Sprachen vermuten lassen, auch in Bezug auf die verwendeten sprachlichen Realisierungsformen der Direktivität. Es stimmt aber auch, dass der Verfasser der Packungsbeilage – üblicherweise...

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