Show Less
Restricted access

In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

Series:

Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
Show Summary Details
Restricted access

1996 Land der Mythen und Gegensätze: Dschungel, Paradiesvögel und Computer

← 82 | 83 → 1996

Extract

Papua-Neuguinea wurde am 16.09.1975 unabhängig: ein junger Staat im Norden Australiens, die östliche Hälfte der Rieseninsel Neuguinea bedeckend. Für viele Euopäer vollkommen unbekannt, ist die Region manchem unter den älteren Deutschen dennoch ein Begriff: Bismarck-Archipel, Bismarcksee, Finschhaven, Mount Hagen. Alle Namen erinnern an die Zeit vor 1918, ehe die Insel nach dem 1. Weltkrieg Völkerbundsgebiet und von Großbritannien, später Australien, verwaltet wurde. Indonesiens Befreiung der westlichen Hälfte der Insel im Jahre 1963, heute als Westirian Teil des volkreichsten moslemischen Staates der Erde, leitete die neue Zeit ein.

Nach Port Moresby, der Hauptstadt Papua-Neuguineas, gelangt der Reisende von Europa über Singapur; wir kamen von Süden her und hatten nur eine gute Flugstunde von Cairns in Queensland. Der Norden Australiens, der Treck nach Cooktown durch krokodilbewohnte Flüsse und das Tauchen im Barrier Reef vor der Küste Nordostaustraliens hatten den Abenteuerdrang noch immer nicht befriedigt. Auf dem Flugplatz von Cairns stand dreimal die Woche der Airbus der „Air Niugini“ mit dem leuchtend roten und gelben Paradiesvogel auf der Außenhaut: Wer kann da widerstehen?

Ein Reisebüro in Cairns buchte die Flüge und besorgte die Hotels; dann ging es los. Es wurde eine Reise in eines der letzten Paradiese der Welt.

Port Moresby ist eine aufstrebende Stadt der sogenannten Dritten Welt: breite Straßen, gesichtslose Hochhäuser neben Wellblechhütten, wachsende Abfallberge und Slums, Prostitution. Nur weg!

Der Flug in das Hochland nach...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.