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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2004 Armenien: Land am Anfang der Welt

← 184 | 185 → 2004

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Was ergreift den Reisenden, der so viele Länder und Kontinente bereits sah, hier heftiger als vielerorts sonst? Was macht den einzigartigen Zauber aus, den Armenien ausstrahlt? Was lässt den Wortschwall verstummen und zwingt den Fremden mit Urgewalt in seinen Bann, wenn er dieses Land am südlichen Kaukasus bereist?

Der Antworten sind viele: Der Atem der Geschichte weht hier weit stärker als anderswo; die Leiden, die man diesem Volke über Jahrtausende zufügte, machen dich beklommen und rauben dir die Sprache; die Schönheit der Berge und Täler wird gekrönt von Kirchen aus uralter Zeit; Freundlichkeit und Trauer der Menschen greifen an das Herz; der Berg der Berge, der Ararat also, grüßt wie von einem anderen Stern und lässt dich deine Begrenztheit spüren – all dies kommt zusammen und ist doch nicht das Ganze, ist nur die Hälfte der Wahrheit. Noch einmal also: Was hält dich hier, stärker und inniger als in anderen Regionen der Erde, gefangen und wird dir selbst zum Rätsel?

Es ist wohl von jedem ein Teil, der sich zum Ganzen zusammenfügt. Doch mehr als Anderes bezwingt die Geschichte: Erste Ausgrabungen bei Shemgavith, unweit des heutigen Jerevan, bezeugen Leben bereits im spätsteinzeitlichen vierten und dritten Jahrtausend v.Chr., bei Metsamor fand man Spuren von Metallverarbeitung aus der Epoche des Wechsels von Stein- zu Bronzezeit: Werkzeuge und Waffen, freilich auch Schmuck.

Ursprung und Herkunft des armenischen Volkes liegen im Dunkeln....

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