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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2008 Wohin steuert die Ukraine?

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Dem Westeuropäer bietet sich heute, vier Jahre nach der Orangenen Revolution, ein eher verwirrendes Bild, wenn er am Majdan und anderswo im Lande mit Einheimischen die politische Zukunft des Landes diskutiert. Die Euphorie und Begeisterung von 2004 scheinen Vergangenheit: Viele Bürger, auch einige Aktivisten mit blauten, roten oder orangenen Fahnen, bekunden Resignation. Die versprochenen materiellen Verbesserungen seien ausgeblieben, die Korruption im Lande nehme dramatisch zu, die Masse lebe schlechter als unter Kuzmar, so hört der Besucher. Hinzu komme die unerträgliche Arroganz der Neureichen, die mit ihren Nobelkarossen aus Deutschland die Szene beherrschten und sich den Staat einverleibten. Man habe zwar nicht das Paradies erwartet, aber sicher nicht den Augiasstall, den man jetzt erlebe.

Mancher Intellektuelle urteilt differenzierter: Die Verbindung Justschenko-Janukowitsch war eine Mesalliance, von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Der Präsident hätte spätestens nach jenem Moment die Allianz aufkündigen müssen, als bekannt wurde, dass Abgeordnete von Janukowitsch gekauft wurden, um im Parlament eine Mehrheit zu erobern. Lydia Timoschenko habe das begriffen und ihre Unterstützung verweigert. Ihr gehöre die Zukunft, Justschenko sei ein Auslaufmodell. Sie sei unabhängig, habe ein klares Wirtschafts- und außenpolitisches Konzept und bekämpfe vor allem die dramatisch anwachsende Korruption im Lande am Dnjepr. Man möchte es nur zu gern glauben!

Ob es Ideen des erfolgreichen Wirtschaftens in der Ukraine gibt, Ideen also, die Wachstum und Arbeitsplätze schaffen, ohne Umweltschäden zu verursachen, scheint fraglich. Der Spagat: Ökonomie – Ökologie...

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