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In dreißig Jahren um die Welt

Begegnungen mit Menschen, Sprachen und Kulturen

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Lutz Götze

Der Band enthält Beschreibungen von Reisen, die der Autor als Germanist und Privatreisender während dreier Jahrzehnte in alle Kontinente unternommen hat. Ziel war, die deutsche Sprache und Literatur – als Teil der europäischen Kultur – zu lehren und zu verbreiten. Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen sowie vielfältige Eindrücke prägen die Texte. Grundlage der Schilderungen sind häufig Gedanken Wilhelm von Humboldts über die jeder Sprache innewohnende Weltansicht sowie die Kulturspezifik von Zeit und Raum. Das Glück des Reisens, aber auch die Klage über die ubiquitäre Zerstörung von Kulturen durch einen entfesselten Turbokapitalismus, werden transparent. Der Autor ruft auf zum Widerstand gegen diese scheinbar unaufhaltsame Entwicklung.
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2010 Pol Pots Regime und die Hoffnung in Kambodscha

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Offiziell dauerte das Schreckensregime des Pol Pot und seiner Kumpane der Roten Khmer nicht einmal vier Jahre, genauer: vom 18. April 1975 bis zum 7. Januar 1979. Doch in Wahrheit brachte sich der Großteil der politischen Führung und des Militärs vor den anstürmenden vietnamesischen Truppen in westlicher Richtung in Sicherheit: Im Regenwald, nahe der thailändischen Grenze mit dem Hauptquartier in Anlong Veng, tobte der Terror weiter. 1998 starb dort Bruder Nr. 1, wie sich Pol Pot nennen ließ, friedlich. Das Morden freilich wurde fortgesetzt bis zum Jahre 2002; dann tauchten die noch lebenden Verbrecher in der kambodschanischen Gesellschaft unter. Die meisten leben 2010 immer noch, unbehelligt von Verfolgung oder Bestrafung. Fünf führende Repräsentanten des Democratic Kampuchea (DK) stehen derzeit vor Gericht, darunter Deuch, der Kommandant des Schreckensgefängnisses Tuol Sleng (S 21) in Phnom Penh, der als Einziger teilweise seine Schuld vor Gericht eingestand, freilich im gleichen Atemzug erklärte: I’m only interested in my children, my stomach and God. There is no future of the Khmer Rouge, they’re finished.

Die historische Analyse des Genozids in Kambodscha hat gute Fortschritte gemacht, die Zahlen der ermordeten Khmer und jener der religiösen und ethnischen Gruppen (buddhistische Mönche, die muslimische Minderheit der Cham, Vietnamesen, Laoten, Thais, Europäer u.a.) gelten als gesichert. Danach sind etwa zwei Millionen Menschen von den Mörderbanden des Pol Pot auf viehische Weise gefoltert und hingerichtet worden. Wer die Orte des Schreckens-vor allem die Killing Fields...

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