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Globalisierung in Zeiten der Aufklärung

Texte und Kontexte zur «Berliner Debatte» um die Neue Welt (17./18. Jh.) – Teil 1 und Teil 2

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Edited By Vicente Bernaschina, Tobias Kraft and Anne Kraume

Mit der Erkundung und Eroberung der Neuen Welt beginnt die Geschichte eines europäischen Bewusstseins von Globalisierung. Das Schlüsselthema unserer Zeit hat besonders in der Aufklärung Konjunktur. Die hierfür zentrale «Berliner Debatte» legt die entscheidenden Fragen zu den konkurrierenden Weltbildern zwischen Alter und Neuer Welt offen. Die beiden Bände bieten Forschungsgrundlage und Forschungsergebnisse zugleich: Band 1 analysiert in zahlreichen Fachbeiträgen die kultur- und wissenschaftshistorischen Perspektiven der «Berliner Debatte». Band 2 bietet erstmals einen repräsentativen Querschnitt ihrer Texte und Kontexte: Acosta, Garcilaso de la Vega, Fontenelle, Voltaire, La Condamine, Friedrich II., Alfieri, Raynal, Clavijero, León y Gama, die Enzyklopädisten, Georg Forster, Teresa de Mier, Alexander von Humboldt und Victor Séjour.
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Das Amerika der Aufklärung und die Hierarchie der Rassen: Kontroversen um die Geschichtsschreibung in der Encyclopaedia Britannica (1768–1788)

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Silvia Sebastiani1

Das Amerika der Aufklärung und die Hierarchie der Rassen

Kontroversen um die Geschichtsschreibung in der Encyclopaedia Britannica (1768–1788)2

Die Debatte, die durch die Entdeckung der Neuen Welt eröffnet wurde, hat seit ihren Anfängen zwei fundamentale Fragen aufgeworfen, nämlich die danach, wie man Geschichte schreiben sollte und die danach, ob die Amerikaner eigentlich Menschen seien. Diese Debatte hat eine Vielzahl von Ausdrucksformen gefunden, und sie hat sich in unterschiedlichen Räumen entwickelt: am Ende des 15. Jahrhunderts unter den spanischen Theologen; im Katholizismus des 16. Jahrhunderts zwischen Theologen und Philosophen; im europäischen Zeitalter der Aufklärung zwischen Philosophen, Historikern und Medizinern (vgl. Gerbi 1983; Gliozzi 1977; Pagden 1986; Cañizares-Esguerra 2001; Pocock 2005; Cipolloni/Wolff 2007). Der vorliegende Aufsatz nähert sich der Debatte aus einer anderen, vor allem spanischen und britischen Räumlichkeit heraus, die am Ende des 18. Jahrhunderts durch das Auftauchen von kreolischen Stimmen gekennzeichnet ist – was mir die Gelegenheit bietet, über eine atlantische Welt nachzudenken, welche die Aufklärung und Gegenaufklärung in Europa und den Amerikas zusammendenkt.3 ← 241 | 242 →

Zwischen den 1770er Jahren und dem Ende des Jahrhunderts wird der Diskurs über die menschliche Verschiedenartigkeit innerhalb dieser Diskussionen wesentlich: Er wird zum universellen Paradigma, das die Gesamtheit der Kontinente betrifft; daraus wiederum entwickelt sich eine neue Hierarchie der Völker. Auf diese Weise setzt sich der atlantische Streit über die Geschichtsschreibung als Matrix für das abendländische Denken über...

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