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Globalisierung in Zeiten der Aufklärung

Texte und Kontexte zur «Berliner Debatte» um die Neue Welt (17./18. Jh.) – Teil 1 und Teil 2

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Edited By Vicente Bernaschina, Tobias Kraft and Anne Kraume

Mit der Erkundung und Eroberung der Neuen Welt beginnt die Geschichte eines europäischen Bewusstseins von Globalisierung. Das Schlüsselthema unserer Zeit hat besonders in der Aufklärung Konjunktur. Die hierfür zentrale «Berliner Debatte» legt die entscheidenden Fragen zu den konkurrierenden Weltbildern zwischen Alter und Neuer Welt offen. Die beiden Bände bieten Forschungsgrundlage und Forschungsergebnisse zugleich: Band 1 analysiert in zahlreichen Fachbeiträgen die kultur- und wissenschaftshistorischen Perspektiven der «Berliner Debatte». Band 2 bietet erstmals einen repräsentativen Querschnitt ihrer Texte und Kontexte: Acosta, Garcilaso de la Vega, Fontenelle, Voltaire, La Condamine, Friedrich II., Alfieri, Raynal, Clavijero, León y Gama, die Enzyklopädisten, Georg Forster, Teresa de Mier, Alexander von Humboldt und Victor Séjour.
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Globale Reflexionen: Verbindungen zwischen Alter und Neuer Welt in der Histoire des deux Indes von Raynal

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Alix Winter

Globale Reflexionen

Verbindungen zwischen Alter und Neuer Welt in der Histoire des deux Indes von Raynal

Als die »Berliner Debatte« an der Preußischen Akademie geführt wurde, hatte Guillaume-Thomas Raynal noch keinen Fuß je nach Deutschland gesetzt, und er sollte dies auch bis 1782 nicht tun. Nichtsdestotrotz kann der Abbé als einer der Protagonisten des von Berlin ausgehenden Streits um die Neue Welt gelten. Schon früh verband den französischen Aufklärer viel mit der preußischen Wissenschaftslandschaft: Er war seit 1750 bis zu seinem Tod 1796 Auswärtiges Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften. Und auch wenn Raynal zu zahlreichen anderen Wissenschaftsakademien in Europa Kontakte unterhielt (Bancarel 2004: 149–182), so blieb ihm diese Mitgliedschaft ganz offensichtlich ein hervorgehobener Identifikationspunkt, prangt deren Titel doch gemeinsam mit dem der Royal Society in London unter seinem Portrait der Ausgabe der Histoire des deux Indes von 1780. Ins Exil getrieben, reiste Raynal schließlich 1782 über die Schweiz und Gotha nach Berlin, wo er sich für ein ganzes Jahr bis Mai 1783 niederließ. Er kannte also die dortige städtische und höfische Gesellschaft und ihre Diskussionen, wurde von ihren Persönlichkeiten mehr oder weniger geschätzt, wie auch er viele wohl eher weniger als mehr schätzte.1 In jedem Fall hat Raynal diesen Aufenthalt genutzt, um sein Wissens- und Wissenschaftsnetzwerk auszubauen. An den wissenschaftlichen Debatten Europas hatte Raynal allerdings bereits vorher rege teil- und zu den Fragen, die in...

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