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Kritikfiguren / Figures de la critique

Festschrift für Gérard Raulet zum 65. Geburtstag / En Hommage à Gérard Raulet

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Edited By Olivier Agard, Manfred Gangl, Françoise Lartillot and Gilbert Merlio

Diese Festschrift, die Gérard Raulet zu seinem 65. Geburtstag gewidmet ist, will den Dank des engeren Kreises seiner Kollegen und Schüler zum Ausdruck bringen, die von seiner Lehre und vom wissenschaftlichen Austausch mit ihm, insbesondere im Rahmen der von ihm 1982 gegründeten Groupe de recherche sur la culture de Weimar an der Maison des Sciences de l’Homme in Paris, entscheidende Anregungen erfahren haben. Die hier versammelten 27 Beiträge können nur einen bescheidenen Ausschnitt aus dem umfassenden Forschungsfeld widerspiegeln, das ihm zu seiner internationalen Anerkennung als Germanist, Ideengeschichtler und Philosoph verholfen hat.


Ce volume d’hommage dédié à Gérard Raulet à l’occasion de son soixante-cinquième anniversaire exprime la reconnaissance du cercle proche des collègues et élèves qui ont pu bénéficier de son enseignement et des échanges scientifiques entretenus avec lui, notamment au sein du Groupe de recherche sur la culture de Weimar qu’il a créé dès 1982 auprès de la Maison des Sciences de l’Homme de Paris. Les 27 contributions qui y sont réunies s’efforcent de donner un modeste reflet de l’immense champ des recherches qui lui a valu sa réputation internationale de germaniste, d’historien des idées et de philosophe.

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Peter Weiss’ Ästhetik des Widerstands: Wolfgang Bialas

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Peter Weiss (1916-1982) ist vor allem bekannt geworden durch seinen dreibändigen Roman Die Ästhetik des Widerstands, der in geschichtsphilosophisch-ästhetischer Prosa die historisch authentische Fiktion einer Aneignung der Geschichte und Kunst aus der Perspektive der Unterdrückten entwirft, die mit weit ausgreifenden historischen Rückblenden bis in die Antike die kulturelle Gründung des Widerstandes gegen den Faschismus thematisiert. Das Buch stellt u.a. das Ringen der Benachteiligten und Erniedrigten um den originären Ausdruck ihrer Erfahrungen dar. Es geht in ihm um die Rückgewinnung der Kultur für diejenigen, ohne die es keine Kultur gäbe, und die dennoch von ihr ausgeschlossen sind. Peter Weiss’ Buch ist ein Lehrstück eingreifenden Denkens, das sich nicht mit der Erkenntnis kultureller Vorgänge begnügen will. Als Schlüsselprozess dieser Wiederaneignung der Kultur bestimmt er Individuierung als die Ausbildung einer persönlichen Stimme. Der folgende Text wird sich mit der Frage, wie sich der Geschichte ein eigener Sinn abgewinnen lässt, auf das vielleicht übergreifende Thema der Ästhetik des Widerstands, Geschichte und Eigensinn, konzentrieren. Diese Frage ist konzeptionell anspruchsvoll von Oskar Negt und Alexander Kluge entwickelt worden.1 Gerade in Zeiten des Entweder – Oder, des Dafür oder Dagegen2 fordert die Ästhetik des Widerstands das Recht des Widerspruchs ein und sensibilisiert für die Zwischentöne, die die vermeintlich eindeutige Logik der entschiedenen Parteinahme für die Kräfte des Fortschritts durch die Problematisierung der eigenen Position unterstützt und in ihrer Vielschichtigkeit sichtbar macht. In der Reflexion der komplexen Gemengelage,...

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