Show Less
Restricted access

Kritikfiguren / Figures de la critique

Festschrift für Gérard Raulet zum 65. Geburtstag / En Hommage à Gérard Raulet

Series:

Edited By Olivier Agard, Manfred Gangl, Françoise Lartillot and Gilbert Merlio

Diese Festschrift, die Gérard Raulet zu seinem 65. Geburtstag gewidmet ist, will den Dank des engeren Kreises seiner Kollegen und Schüler zum Ausdruck bringen, die von seiner Lehre und vom wissenschaftlichen Austausch mit ihm, insbesondere im Rahmen der von ihm 1982 gegründeten Groupe de recherche sur la culture de Weimar an der Maison des Sciences de l’Homme in Paris, entscheidende Anregungen erfahren haben. Die hier versammelten 27 Beiträge können nur einen bescheidenen Ausschnitt aus dem umfassenden Forschungsfeld widerspiegeln, das ihm zu seiner internationalen Anerkennung als Germanist, Ideengeschichtler und Philosoph verholfen hat.


Ce volume d’hommage dédié à Gérard Raulet à l’occasion de son soixante-cinquième anniversaire exprime la reconnaissance du cercle proche des collègues et élèves qui ont pu bénéficier de son enseignement et des échanges scientifiques entretenus avec lui, notamment au sein du Groupe de recherche sur la culture de Weimar qu’il a créé dès 1982 auprès de la Maison des Sciences de l’Homme de Paris. Les 27 contributions qui y sont réunies s’efforcent de donner un modeste reflet de l’immense champ des recherches qui lui a valu sa réputation internationale de germaniste, d’historien des idées et de philosophe.

Show Summary Details
Restricted access

Konservatives Lob für eine Kunstrevolution Arnold Gehlens Kunstsoziologie der modernen Malerei: Karl-Siegbert Rehberg

Extract

Die Kunstsoziologie Arnold Gehlens, eines Hauptvertreters der Philosophischen Anthropologie und westdeutscher Nachkriegssoziologe und Zeitkritiker, mag mit Blick auf sein Gesamtwerk, besonders aber auch auf seine Rolle als ein „Denkmeister der Konservativen“1, irritieren. In seinem Buch Zeit-Bilder2 stimmte er nämlich ein Loblied auf die Kunstrevolution der Klassischen Moderne an. Von seinen Erkundungen der terra incognita der modernen Künste berichtete er 1956 dem Oxforder Privatgelehrten Marcel Hornik:

„Ich versuche mich etwas in abstrakte Malerei und Dichtung einzuleben, aber zunächst mal kam ich nicht sehr weit. Es ist doch massenhaft minderwertiges Zeug da, ich finde in dem Durcheinander von Schwindel, Bluff, Experiment, Genialität usw. nicht durch, vielleicht muss man von irgendeiner anderen Seite aus herangehen.“3

Noch ein Jahr zuvor hatte er Hans Sedlmayrs Kritik an den seit William Turner entwickelten „koloristischen Ausschweifungen“ und der von Sedlmayr verabscheuten Verdrängung der „Kunst der Linie“ durch die „Kunst des diffusen Farbflecks“ gutgeheißen, ja 1955 an Helmut Schelsky sogar ← 301 | 302 → geschrieben, Sedlmayrs Verlust der Mitte4 sei noch „zu akademisch und zahm“ gewesen, eher wäre richtig zu sagen: „‚Ganove Picasso. Picasso ist Boss des Ganoven-Gangs.“ Von demselben Künstler wird Gehlen wenig später sagen, dass es nach ihm „nur noch Epigonen“ gebe.5 Sein kurzfristiges Einverständnis mit dem österreichischen, in München lehrenden Sedlmayr war wohl dadurch mitbedingt, dass Gehlen annahm, die scharfe Ablehnung von dessen Thesen beruhe in erster Linie auf „politischer Denunziation“: Wer sich gegen „Picasso, Sigm[und] Freud und Kinsey...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.