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Postfossile Gesellschaft

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Edited By Dietrich Fürst, Andrea Bache and Lina Trautmann

Die Energiewende ist die gesellschaftliche Herausforderung unserer Zeit, aber ein Verzicht auf Energie aus fossilen Energieträgern hat massive Konsequenzen: Eine solche Gesellschaft braucht nicht weniger sondern mehr Staat, wertet den Boden als Ressource und Standort auf und wird abhängiger von internationalen Energienetzen. Postfossile Gesellschaften erfordern einen Wandel in der Wirtschafts- und Raumnutzungsstruktur, im Staats- und Konsumverständnis, in der Nutzung neuer Werkstoffe und Design-Konzepte. Sie werden mit neuartigen Verteilungsfragen konfrontiert und entwickeln neue Governance-Muster. Das Buch bietet dazu anregende Überlegungen und Ideen.
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Postfossile Gesellschaft – Fluchtlinien in die Zukunft: Dietrich Fürst

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Dietrich Fürst

Postfossile Gesellschaft – Fluchtlinien in die Zukunft

Postfossile Gesellschaft ist kein wissenschaftlicher Terminus. Vielmehr bezeichnet der Begriff einen Aspekt einer möglichen Gesellschaftsentwicklung, die weitgehend auf fossile Energieträger (Öl, Kohle) verzichtet und mit erneuerbaren Energiequellen (Solar-, Wasser-, Wind-, Bio-, Geothermie-Energie) auskommen möchte.

Postfossile Gesellschaften sind umweltsensibel. Zwar ist das Bewusstsein dafür, dass der Mensch mit seinen wirtschaftlichen Aktivitäten die Umwelt massiv nutzt und „vernutzt“, erst relativ spät in der Menschheitsgeschichte aufgetreten. Aber der Zusammenhang ist sehr alt und die Geschichte kennt eine Reihe von Umweltkatastrophen, die ganze Gesellschaften gefährdet, wenn nicht sogar vernichtet haben. Das lesenswerte Buch „Kollaps, Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“ von Jared Diamond gibt eine Vielzahl solcher Beispiele. Darunter finden sich auch Umweltkatastrophen, die vom Menschen mit-verursacht wurden, unwissentlich zwar, aber verschuldet.

Postfossile Gesellschaft klingt wie eine schöne, bessere Welt, in der weniger klimaschädliche Emissionen in die Luft gejagt werden, der Klimawandel verlangsamt wird, sich eine neue Wirtschaftsstruktur herausbildet, die mit neuen Technologien und auch neuen Berufen arbeitet etc. Aber der Weg dahin ist steinig: Gesellschaften ändern sich nur langsam von innen heraus, sondern meist auf Druck von außen, sei es politischer, physischer (auch Krieg) oder wirtschaftlicher Druck (z.B. zu Ende gehende Rohölkapazitäten). Die bisherigen Vermutungen, weshalb unsere Gesellschaft „postfossil“ werden wird, stützen sich auf die versiegende Rohölreserven, die Herausforderungen des Klimawandels und die politisch verordnete „Energiewende“ nach dem Fukushima- Schock. Aber ob dieser...

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