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Dritthaftung für Kunstexpertisen und Aufnahmebestätigungen in den Catalogue raisonné

Ein Beitrag zur Expertenhaftung

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Patrick Ehinger

Diese Arbeit setzt sich mit dem Problem der Dritthaftung von Gutachtern am Beispiel fehlerhafter Kunstexpertisen und Aufnahmeentscheidungen in den Catalogue raisonné auseinander. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Voraussetzungen und die Reichweite der Vertrauenshaftung auf der Grundlage von §§ 280 Abs. 1, 241 Abs. 2 i.V.m. § 311 Abs. 3 S. 2 BGB. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Bestimmung der Sorgfaltspflichten des Kunstexperten und des Werkverzeichners bei der Begutachtung von Kunstwerken, wobei das komplexe Verhältnis der unterschiedlichen Erkenntnisquellen und Untersuchungsmethoden zueinander analysiert und die Frage der Haftung für verschiedene Fallkonstellationen praxisnah betrachtet wird.
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Kapitel 1. Einleitung und Vorgehensweise

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Kapitel 1. Einleitung und Vorgehensweise

Ist der vermutete Künstler auch tatsächlich Schöpfer des verkauften Werkes? Stammt das Werk wirklich von Rembrandt oder Ernst Ludwig Kirchner? Die Frage nach der Echtheit eines Werks ist für den Kunstmarkt von zentraler Bedeutung und seit jeher mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden. Dass Kunstwerke gefälscht werden, dürfte so alt sein wie die Geschichte der Kunst selbst. Dennoch haben gerade die starken Preisaufschwünge seit Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts entscheidend dazu beigetragen, dass der Markt seither geradezu überschwemmt wurde mit Fälschungen.1 Da zugleich nur die wenigsten Käufer und Verkäufer in der Lage sind, über die Echtheit des Werkes ein fundiertes Urteil abzugeben, hängt die Einstufung eines Werks oftmals entscheidend davon ab, ob es von einem Kunstexperten für echt befunden wurde.

Zu Problemen führt dieses arbeitsteilige System immer dann, wenn der Kunstexperte zu einem Fehlurteil gelangt ist und der Käufer deshalb eine Fälschung erworben hat. Die Wertverluste und damit auch finanziellen Auswirkungen sind in solchen Fällen meist erheblich. Beispielhaft sei hier auf den sicherlich spektakulärsten Kunstfälschungsskandal in jüngster Zeit, den Fall Wolfgang Beltracchi, Bezug genommen. In diesem Zusammenhang hatten teils hochspezialisierte Kunstexperten zahlreiche mittlerweile identifizierte Fälschungen für echte Werke z.B. von Max Pechstein, Heinrich Campendonk und Max Ernst erklärt, die dann zu entsprechend hohen Preisen veräußert worden waren.2

Schützt eine echtheitsbestätigende Expertise damit...

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