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Kulturmanöver

Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild

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Edited By Sema Colpan, Amália Kerekes, Siegfried Mattl and Magdolna Orosz

Der Band befasst sich mit dem k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ), das von seiner Entstehung und Komplexität her unter den kriegsführenden Ländern des Ersten Weltkriegs einzigartig war. Die Aufsätze widmen sich zum einen jenen Maßnahmen, die das KPQ anordnete, leitete und kontrollierte. Dazu gehörten die Kriegsberichterstattung in journalistischen Frontberichten und fotografischen Dokumentationen, die Verarbeitung des Krieges mittels Malerei oder das Festhalten des Kriegsgeschehens mit der Filmkamera. Zum anderen bewerten die Autoren die Propagandamaßnahmen innerhalb eines breiteren Bezugsrahmens, und zwar mit Blick auf die alternativen Spielräume, die die zentralisierte Verwaltung gestattete. Als Vergleichsebenen werden außerhalb des Wirkungsbereichs des KPQ liegende Tendenzen des Kulturbetriebs herangezogen.
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»Sturz aus dem seligsten Innern in ein unbegreifliches drohendes Draußen«. Rilkes Briefe zur Zeit des Ersten Weltkriegs

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Magdolna Orosz

»Sturz aus dem seligsten Innern in ein unbegreifliches drohendes Draußen« Rilkes Briefe zur Zeit des Ersten Weltkriegs

Krisen der Jahrhundertwende und Erster Weltkrieg

Die Literatur und Kultur der Jahrhundertwende ist von tiefgreifenden Wandlungen und Krisen geprägt: Philosophische, naturwissenschaftliche, medizinisch-psychologische Einsichten (vgl. die von Nietzsche, Mach, Freud, Einstein) wirken sich auf Literatur und Kunst aus, die die Veränderungen verschiedener Individuumkonzeptionen, Auffassungen von Sprache und Sprachlichkeit und demzufolge Poetiken vielfältig reflektieren. Die allgemeine »Dekadenzstimmung«, das »Wertevakuum« der Jahrhundertwende, die in den unterschiedlichen »Ismen« der Moderne sowie der Pluralität der Denk- und Ausdrucksweisen diagnostizierbar ist, bedeutet zugleich eine Bereicherung künstlerischer Stilmittel und eine ständige Suche nach unerprobten Schreib- und Gestaltungsweisen, die der allgemeinen Welterfahrung dieser Jahre gerecht werden könnten, wobei eben die politischen, sozialen und kulturellen Widersprüche der eigenen Zeit, die »statisch empfundene[] Grundstimmung jener Jahre«,1 wenn auch durch die Per­spektive der Kunst gefiltert, vielfältig mitschwingen.

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