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Kulturmanöver

Das k.u.k. Kriegspressequartier und die Mobilisierung von Wort und Bild

Series:

Sema Colpan, Amália Kerekes, Siegfried Mattl and Magdolna Orosz

Der Band befasst sich mit dem k. u. k. Kriegspressequartier (KPQ), das von seiner Entstehung und Komplexität her unter den kriegsführenden Ländern des Ersten Weltkriegs einzigartig war. Die Aufsätze widmen sich zum einen jenen Maßnahmen, die das KPQ anordnete, leitete und kontrollierte. Dazu gehörten die Kriegsberichterstattung in journalistischen Frontberichten und fotografischen Dokumentationen, die Verarbeitung des Krieges mittels Malerei oder das Festhalten des Kriegsgeschehens mit der Filmkamera. Zum anderen bewerten die Autoren die Propagandamaßnahmen innerhalb eines breiteren Bezugsrahmens, und zwar mit Blick auf die alternativen Spielräume, die die zentralisierte Verwaltung gestattete. Als Vergleichsebenen werden außerhalb des Wirkungsbereichs des KPQ liegende Tendenzen des Kulturbetriebs herangezogen.
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Multitaskforce. Weibliche Reaktionen auf den Ersten Weltkrieg in deutschsprachigen Frauenzeitschriften und literarischen Texten aus Österreich-Ungarn

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Alexandra Millner

MultitaskforceWeibliche Reaktionen auf den Ersten Weltkriegin deutschsprachigen Frauenzeitschriften undliterarischen Texten aus Österreich-Ungarn

Wie in vielerlei Hinsicht so stellt der Erste Weltkrieg auch in Bezug auf das Verhältnis Frauen und Krieg eine Besonderheit dar, denn es war der erste internationale Krieg, der vor dem Hintergrund einer in Bezug auf das Geschlechterverhältnis bereits in Veränderung begriffenen Gesellschaft stattfand. Nicht nur infolge der Frauenbewegung hatten sich Frauen zuvor bereits zu Vereinen zusammengeschlossen und in Versammlungen, durch nationale wie internationale Vernetzung und in Publikationen ihrem politischen Gestaltungswillen Ausdruck verliehen.1Die Textproduktion von Frauen und die frauenspezifischen Publikationsorgane sollen im Folgenden als Grundlage dienen, um die Bandbreite deutschsprachiger weiblicher Reaktionen auf den Ersten Weltkrieg in Österreich-Ungarn zu erfassen. Das Spektrum der untersuchten Texte reicht dabei von Zeitungsartikeln, politischen Appellen und Essays über rein dokumentarische Formate wie Kriegsberichterstattung bis hin zu literarischen Texten. Damit wird ein Desiderat aufgegriffen, das den Fokus feministisch orientierter Studien zum Thema Frauen und Krieg weg von den internationalen Beziehungen und der staatlichen Ebene hin zu gesellschaftlichen Praktiken und medialen Diskursen lenken soll.

Ausgangspunkt sind zum einen bereits einigermaßen in die politischen Lager ausdifferenzierte Frauenbewegungen, die zu den weltpolitischen Ereignissen jeweils eindeutig Stellung bezogen bzw. auf die Auswirkungen des Krieges auf unterschiedliche Weise reagierten. Das daraus resultierende Medien-Framing – jene Aussagenstruktur, durch welche ein Medium »durch die Auswahl bestimmter Aspekte eines Themas (Selektion), deren sprachliche, stilistische und strukturelle ← 127 | 128 → Hervorhebung (Salienz) und die logische, sachliche und argumentative Widerspruchsfreiheit...

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