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Managementprognosen und Analystenschätzungen

Empirische Untersuchung zum Prognoseverhalten von Unternehmen und Finanzanalysten

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Kai Lehmann

Managementprognosen sind ebenso wie die Schätzungen von Finanzanalysten eine wesentliche Informationsquelle beim Kapitalallokationsprozess von Investoren. Allerdings sind sowohl Unternehmen als auch Analysten in ein verzweigtes Geflecht von Interessenkonflikten eingebettet, die eine unverzerrte Informationsvermittlung beeinträchtigen können. Vor diesem Hintergrund untersucht der Autor, inwiefern die kommunizierten Einschätzungen beider Gruppen zu finanzwirtschaftlichen Leistungsindikatoren als verlässlich angesehen werden können und welche Faktoren die Treffgenauigkeit dieser Prognosen beeinflussen. Die Analyse beruht auf der Auswertung von 3.870 Einzelprognosen von Unternehmen des HDAX und den korrespondierenden Analystenschätzungen im Zeitraum von 2005 bis 2011 und zeigt systematische Zusammenhänge im Prognoseverhalten beider Gruppen.
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3 Regulierung der Prognoseberichterstattung

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3  Regulierung der Prognoseberichterstattung

Der (Konzern-)Lagebericht stellt neben dem (Konzern-)Jahresabschluss ein eigenes Rechnungslegungsinstrument in der Unternehmensberichterstattung in Deutschland dar.183 Hierzulande ergibt sich die Pflicht zur Aufstellung eines Lageberichts für mittelgroße und große Kapitalgesellschaften sowie haftungsbeschränkte Personengesellschaften aus § 264 Abs. 1 Satz 1 und 4 sowie für Konzerne aus § 290 Abs. 1 Satz 1 HGB. Die jeweiligen inhaltlichen Anforderungen für den Einzel- bzw. den Konzernabschluss finden sich in den §§ 289 bzw. 315 HGB. Die Regelungen für den Einzel- und den Konzernabschluss entsprechen sich hierbei bis auf wenige Ausnahmen.184

Erstmalig Einzug in die Unternehmensberichterstattung fand der Lagebericht mit dem AktG 1965, welches Unternehmen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) und einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) dazu verpflichtete, im allgemeinen Teil des Geschäftsberichts den Geschäftsverlauf sowie die Lage der Gesellschaft darzulegen und über Vorgänge von besonderer Bedeutung zu berichten, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten waren.185 Zwar war der Begriff des Lageberichts im AktG 1965 nicht gesetzlich normiert, allerdings setzte sich der Begriff in Wissenschaft und Praxis alsbald durch.186 Mit der Transformation der 4., 7. und 8. EG-Richtlinie im Rahmen des Bilanzrichtliniengesetzes von 1985 wurde die Lageberichterstattungspflicht vom AktG in das HGB übertragen und auf andere Rechtsformen ausgeweitet. ← 37 | 38 → Aufgrund der derzeit noch fehlenden IFRS-Regelung stellen obige Vorschriften somit auch für kapitalmarktorientierte Mutterunternehmen oder Konzerne, die zwingend nach den IFRS zu bilanzieren haben, sowie diejenigen, die die internationalen Rechnungslegungsstandards freiwillig anwenden, die entsprechende...

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