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Managementprognosen und Analystenschätzungen

Empirische Untersuchung zum Prognoseverhalten von Unternehmen und Finanzanalysten

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Kai Lehmann

Managementprognosen sind ebenso wie die Schätzungen von Finanzanalysten eine wesentliche Informationsquelle beim Kapitalallokationsprozess von Investoren. Allerdings sind sowohl Unternehmen als auch Analysten in ein verzweigtes Geflecht von Interessenkonflikten eingebettet, die eine unverzerrte Informationsvermittlung beeinträchtigen können. Vor diesem Hintergrund untersucht der Autor, inwiefern die kommunizierten Einschätzungen beider Gruppen zu finanzwirtschaftlichen Leistungsindikatoren als verlässlich angesehen werden können und welche Faktoren die Treffgenauigkeit dieser Prognosen beeinflussen. Die Analyse beruht auf der Auswertung von 3.870 Einzelprognosen von Unternehmen des HDAX und den korrespondierenden Analystenschätzungen im Zeitraum von 2005 bis 2011 und zeigt systematische Zusammenhänge im Prognoseverhalten beider Gruppen.
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4 Empirische Erkenntnisse zu Managementprognosen

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4  Empirische Erkenntnisse zu Managementprognosen

Nachdem in den vorangegangenen Kapiteln der konzeptionelle Rahmen und die regulatorischen Vorgaben zur Prognoseberichterstattung aufgezeigt wurden, werden nun zentrale empirische Erkenntnisse zur Prognosepublizität dargestellt.325 Diese Befunde sollen die fortwährende Relevanz des Themas in der empirischen Rechnungslegungsforschung verdeutlichen. Da die Empirie sowohl in Deutschland als auch im internationalen Kontext verschiedensten Fragestellungen nachgeht und im Zeitverlauf vielfältige Ergebnisse hervorgebracht hat, erfordert eine systematische Darstellung der unterschiedlichen Studienbefunde zunächst eine Kategorisierung.

Die empirische Evidenz lässt sich zunächst in die Befunde deskriptiver und wirkungsorientierter Untersuchungen einteilen.326 Deskriptive Analysen untersuchen das in praxi beobachtbare Berichterstattungsverhalten der Unternehmen hinsichtlich Quantität und Qualität der Berichterstattung und erfassen ← 69 | 70 → zumeist auf Basis von Scoring-Modellen, inwiefern den konkreten gesetzlichen Anforderungen bzw. Gesetzesauslegungen sowie den Informationsbedürfnissen der Adressaten entsprochen wird.327 Diese Forschungspraxis sieht sich jedoch der Kritik ausgesetzt, dass ein höherer Umfang der Berichte, unabhängig von der Wesentlichkeit der Angaben, c.p. zu höheren Qualit#x00E4;tswerten führt.328 Die Qualität wird allerdings nicht allein über den Berichtsumfang operationalisiert, sondern darüber hinaus über die Präzision, die Reichweite, die Angabe der Prognoseprämissen sowie der ex post überprüfbaren Genauigkeit der Prognose quantifiziert. Daran anknüpfend analysieren weiterführende wirkungsorientierte Studien, inwiefern das Berichterstattungsverhalten mit bestimmten Unternehmenscharakteristika korreliert. Hierbei wird regelmäßig der Einfluss von Unternehmensgröße, Unternehmensperformance, Eigentümerstruktur oder Beobachtung durch Finanzanalysten („analyst following“) auf die konkrete Ausgestaltung der Prognosepublizität untersucht. Hierbei werden zumeist Indikationen...

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