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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

Series:

Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Michael A. Rappenglück Weltgehäuse: Zur kosmographischen Symbolik von Höhle, Heiligtum und Haus

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Michael A. Rappenglück

Zu den grundlegenden Bedingungen der menschlichen Existenz gehört es, sich in Lebensräumen einzurichten – zu wohnen – oder an außergewöhnlichen Orten besondere Seinserfahrungen zu erreichen. Beides ist seit alters her mit Symbolen, Mythen und Riten verbunden. In ihnen wird einerseits die Wahrnehmung von Ordnungen in Raum und Zeit, der Umgang mit ihnen, aber auch das Übersteigen dieser Strukturen thematisiert. Der Aufbau, die Gliederung und die Gewichtung des Lebensraumes sowie die Einordnung in ihn wurden in den Kulturen seit alters her und weltweit, symbolisch und mythisch, ausgedrückt wie auch rituell begleitet. Ob Landschaft, Zeltlager, Haus, Kulthöhle oder Heiligtum: Es war geordnet und gestaltete Raum-Zeit – ein Kosmos –, in den menschliches Leben sich einbetten ließ und vom dem her es seinen „Horizont“, sein „Zentrum“ und seine „Orientierung“, eine Sinnstruktur erhielt. Archäologische und ethnologische Befunde weltweit zeigen, dass seit dem Paläolithikum Kosmovisionen eine bedeutsame Rolle im Leben der Menschen spielen. Es scheint für sie fundamental notwendig zu sein, die Welt in symbolischen Deutungssystemen zu erfassen, die eine Integration und Orientierung innerhalb sich verändernder Ökosphären ermöglichen. Diese waren auch wichtig, um grundlegende menschliche Fragen nach dem Warum und Wozu von Mensch und Welt zu beantworten. Kosmovisionen des Weltgehäuses, präsentiert an den Beispielen von Höhle, Heiligtum und Haus, können als holistische, vielschichtige Modelle evolvierender menschlicher Ökosysteme aufgefasst werden, die in symbolischer Sprache helfen, die Welt „wohnlich“ zu machen, aber auch sie zu transzendieren.

Menschliche...

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