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Symbolon

Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V.

Series:

Hermann Jung

Band 19 des Jahrbuchs SYMBOLON dokumentiert Vorträge aus unterschiedlichen Disziplinen, die bei den Jahrestagungen der Gesellschaft für wissenschaftliche Symbolforschung e. V. 2009–2011 in Ludwigshafen/Rhein und Frankfurt/Main gehalten wurden. Folgende Themenkreise werden behandelt: «Symbole von Trauer und Hoffnung» (Liebeslied als Heimatlied, Tibetisches Totenbuch, Jakobsweg, Jenseitssymbolik, kunsthistorische Phänomene, Das Wunder von Marxloh – ein Moschee-Werbefilm, Symbolbildung und Grenzsituation, Requiem), «Symbole und Zeichen domestizierter Natur I. Das Haus» (Raum und Musik, private Räume des Selbst, die Aura eines Ortes, Schreine der Götter, Weltgehäuse), «II. Sakralbau und Garten» (das Haus Gottes, das Wilde und das Gezähmte im Mittelalter, Boschs Garten der Lüste, literarische Figurationen des Gartensymbols, der phantastische Garten, die Moschee, die Gärten der Hexen und weisen Frauen), weiterhin ein Beitrag zur 40-jährigen Geschichte der Symbolgesellschaft.
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Ulrich Fritsche Jheronimus Boschs „Garten der Lüste”. Einführung in sein Symbol system

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Einführung in sein Symbolsystem

Ulrich Fritsche

Einleitung

Der zwischen Spätmittelalter und Renaissance einzuordnende niederländische Maler Jheronimus Bosch (um 1450-1516; auch Jheronimus van Aken mit Namen) gilt als Meister des Phantastischen. Viele Versuche gab es, seine merkwürdigen Motive zu begreifen,1 doch macht sich gegenwärtig Resignation breit: Behauptet wird, er habe unbewusst geschaffen2 oder gar im Drogenrausch.3 Aber damit tut man ihm unrecht: Bosch wollte eine Botschaft vermitteln, seine geheimnisvollen Werke sind tief durchdacht und symbolisch zu verstehen! Er verfügte über ein spezielles Symbolsystem, das sich durch vergleichende Betrachtung der Motive plausibel machen lässt.

Zwei Bücher liegen inzwischen vor, worin einige Bosch-Gemälde erstmals umfassend und in allen Einzelheiten erläutert worden sind.4 Dieser Aufsatz beschränkt sich auf den sog. „Garten der Lüste“, ein großartiges Dreitafelbild, das sich im Prado zu Madrid befindet. Anhand besonders aufschlussreicher Szenen soll gezeigt werden, wie man die Symbolik dieses einzigartigen Malers ableiten kann und zu erstaunlichen Folgerungen kommt. Soweit es der Umfang erlaubte, sind in den Text Bildausschnitte (schwarz-weiß) eingefügt. Die Interpretation geht mit einer Kurzbeschreibung der entsprechenden Szenen einher und beinhaltet Hinweise zur Farbigkeit der Motive.

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