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Tendenzen der zeitgenössischen Dramatik

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Paul Martin Langner and Agata Mirecka

Der Band vereint elf Beiträge zu Werken von jüngeren und «klassischen» Theaterautoren wie Lukas Bärfuss, Bertolt Brecht,Martin Crimp, Ödön von Horváth, Janosch, Dea Loher, Christoph Marthaler, Heiner Müller, Hermann Nitsch, Roland Schimmelpfennig und Lothar Trolle. Die Abhandlungen der WissenschaftlerInnen, die an verschiedenen Universitäten in Europa tätig sind, erarbeiten zum Teil neue methodische Zugänge, die die Werke in umfassende Prozesse der Gegenwart einbetten. Ein weiterer Schwerpunkt in den hier versammelten Artikeln sind die Bedingungen und Aspekte der Rezeption von deutschsprachigen Autoren im In- und Ausland. Das Buch eröffnet Einblicke in aktuelle Bühnenprojekte und Inszenierungen.
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Ästhetische Konzeptionen in Dea Lohers Drama Manhattan Medea

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„Theater ist für mich der Raum der Sprache. Wenn die Sprache schon ausdrückt, was empfunden wird, entsteht so eine Art Fernsehrealismus, und das ist langweilig. Auf dem Theater muß die Sprache die Figuren schaffen und nicht umgekehrt“1, so Dea Loher in einem Gespräch mit Eva Heldrich im Jahre 1998. Dea Loher gehört zu den derzeit meistgespielten gegenwärtigen Dramatikerinnen in Deutschland. Die 1964 in Traunstein geborene Schriftstellerin zog nach ihrem Germanistik- und Philosophie-Studium nach Brasilien, wo sie sich einige Zeit aufgehalten hat und dabei die brasilianische Kultur kennen gelernt hat. Dort hat sie bereits an ihrem ersten Stück gearbeitet. Zurück in Deutschland verließ Dea Loher Traunstein, um sich in Berlin niederzulassen. Dort arbeitete sie für den Rundfunk. 1990 bewarb sie sich erfolgreich um ein Stipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung an der Hochschule der Künste in Berlin und begann bei Heiner Müller und Yaak Karsunke das Szenische Schreiben zu studieren. Hier unternahm sie auch ihren ersten Versuch, Szenen zu schreiben, was ihr „ziemlich viel Spaß“2 machte. Nach einem Jahr publizierte Loher ihr erstes Theaterstück Olgas Raum, das 1992 im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater uraufgeführt wurde. Darin greift die Autorin die authentische Geschichte der deutsch-jüdischen Kommunistin Olga Benario auf, die von der Kommunistischen Internationalen zunächst nach Brasilien geschickt wurde, und dann nach Deutschland ausgeliefert und in das KZ Ravensbrück deportiert wurde, wo sie nach sechs Jahren schließlich den Tod gefunden hat.

Ein Jahr nach Olgas...

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