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Behaviorismus und Erkenntnistheorie im psychologisch-historischen Kontext

Series:

Wolfgang Mack, Helmut E. Lück, Karl-Heinz Renner and Uwe Wolfradt

Das Buch enthält Beiträge zur Geschichte der Psychologie und zur Theoretischen Psychologie. Diese präsentieren Fragen und Reflexionen zum Vermächtnis des Behaviorismus in der gegenwärtigen Psychologie. Die Beiträge befassen sich außerdem mit Religionspsychologie und mit Persönlichkeiten der Psychologiegeschichte (Karl Bühler, Felix Krueger, Albert Wellek und Julius Bahle, Peter R. Hofstätter). Ein Beitrag erinnert an den Entstehungskontext des Rorschachtests. Die Theorieabstinenz der gegenwärtigen Psychologie kommt ebenso zur Sprache wie die Erkenntnistheorie von William James, das theoretische Chaos in der Emotionsforschung, die Epistemologie der Selbstbeobachtung bei Wilhelm Wundt sowie die Schichtenlehre Erich Rothackers.
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Die Tübinger Motivationskontroverse

1. Die Thesen von Heinz Heckhausen

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Abstract. In 1963 the Tübinger Symposium on motivation took place and the main protagonists, Heinz Heckhausen, Rainer Fuchs and Klaus Foppa discussed the question whether a concept of motivation in the spirit of the new cognitive psychology could replace the behaviorist concept of reinforcement. The controversy was in part conducted in terms of the philosophy of science and may have contributed to the understanding of the research program of cognitive psychology, but to this day a fundamental operationalization problem still has to be confronted.

Zur Eröffnung des Tübinger „Symposiums über Motivation“ stellte Heckhausen in seinem ersten Referat eine allgemeine „Person-Umwelt-Rahmentheorie der Motivation“ in zehn Thesen vor (Heckhausen, 1963a, S. 606ff.). Gemäß These 1 beruhen Motivationen auf hoch organisierten kognitiven Systemen von Person-Umwelt-Bezügen, verstanden als komplexe Gefüge von Ansichten, Überzeugungen und Wertungen. Gemäß These 2 bauen sich diese Systeme aus relativ überdauernden Erfahrungsniederschlägen der bisherigen Lebensgeschichte auf, bleiben jedoch wandlungsfähig. Nach These 3 gibt es so viele verschiedene Motivationen wie sich Inhaltsklassen unterschiedlicher Person-Umwelt-Bezüge herausbilden. Hier kann nur noch auf Heckhausens letzte These hingewiesen werden: Die unterschiedliche Gerichtetheit des Erwartungsgefälles, die zu einem aufsuchenden oder vermeidenden Verhalten führt, entspricht den Erwartungsemotionen vom Typ der Hoffnung und vom Typ der Furcht (These 10).

Die Aufteilung in die beiden Erwartungsemotionen der Hoffnung und der Furcht geht quer durch alle Motivationssysteme der möglichen Person-Umwelt-Bezüge. Die Motivierung wird als Erwartungsgefälle zwischen gegenwärtiger und erwarteter Istlage...

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