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Behaviorismus und Erkenntnistheorie im psychologisch-historischen Kontext

Series:

Wolfgang Mack, Helmut E. Lück, Karl-Heinz Renner and Uwe Wolfradt

Das Buch enthält Beiträge zur Geschichte der Psychologie und zur Theoretischen Psychologie. Diese präsentieren Fragen und Reflexionen zum Vermächtnis des Behaviorismus in der gegenwärtigen Psychologie. Die Beiträge befassen sich außerdem mit Religionspsychologie und mit Persönlichkeiten der Psychologiegeschichte (Karl Bühler, Felix Krueger, Albert Wellek und Julius Bahle, Peter R. Hofstätter). Ein Beitrag erinnert an den Entstehungskontext des Rorschachtests. Die Theorieabstinenz der gegenwärtigen Psychologie kommt ebenso zur Sprache wie die Erkenntnistheorie von William James, das theoretische Chaos in der Emotionsforschung, die Epistemologie der Selbstbeobachtung bei Wilhelm Wundt sowie die Schichtenlehre Erich Rothackers.
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Geschichts- und kulturphilosophische Bezüge der psychologischen Schichtenlehre Erich Rothackers

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Abstract. The theory of mental strata (“Schichtenlehre”) by Rothacker understands itself as an holistic and genetic alternative draft to the ‘atomism’ of the traditional psychology of consciousness. In recourse to v. Uexküll, Rothacker modified Schelers conceiving of human being as having an ‘exceptional position’ in the world (as ability for cognitive distancing oneself from the surrounding world) by referring to ‘cultural thresholds’ within human perception and knowledge. The unique feature of human is – according to Rothacker – his/her ‘moral’ existence. Rothackers conception shows a striking parallelism in applying the principle of strata in order to reduce complexity (according to the laws of N. Hartmann) of the phenomenal description of cultures as well as personalities. Both lives bear upon older ‘vital’, ‘half-vital’ and ‘animated’ stratas of the “deep person” (Tiefenperson); reflection and reason are comparatively less important and play only an intermitting role.

Die Schichtenlehre Erich Rothackers war ein Ordnungsschema, das die verschiedensten Forschungszweige der Psychologie und ihrer Nachbarwissenschaften unter einem leitenden Motiv integrierte.1 Persönlichkeit wurde dabei primär als biologisch ‚sinnvoll‘ strukturiertes, phylo- wie ontogenetisch sich entfaltendes Ordnungsgefüge verstanden. Nach Auffassung Rothackers und vieler anderer Schichtentheoretiker, aber auch der Ganzheits- und Gestaltpsychologen, war die ganzheitliche und evolutionäre Perspektive ein entscheidender Fortschritt der Psychologie, der dem mechanistischen Atomismus der traditionellen Bewusstseinspsychologie verwehrt geblieben war, weil sie in ihren lebensfernen Experimenten nur künstlich abgesonderte, aus ihren natürlichen Zusammenhängen gerissene „Elemente“ des Bewusstseins betrachten konnte. ← 261 | 262 →

Der Organismus der Pers...

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