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Einführung in die Ästhetik

Eine philosophische Collage

Evelin Klein

Die Autorin bietet in ihren einführenden philosophischen Reflexionen eine Auswahl an klassischen und modernen Themen der Ästhetik: Dialektik der Aufklärung, Kunst nahe am Verstummen, Begriffsgeschichte des Schönen und andere. In zehn Kapiteln werden Zitate durch kommentierende Abschnitte verbunden. Dabei geht das Buch nicht fortlaufend argumentierend vor, sondern präsentiert sich vielmehr als Collage. Jedem Kapitel ist ein literarisches Motto vorangestellt. Es soll den Gefühlsraum zeigen, in dem sich Ästhetik dann bewegt. Gegenwärtige Kunst als kritische Instanz verweist auf die Autonomie der Ästhetik, die stets Tendenzen abwehren muss, welche sie einzuschränken oder gar zu vernichten drohen: dies waren und sind hauptsächlich autoritär-politische Vereinnahmungen.
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II. Der Name „Ästhetik“

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II.  Der Name „Ästhetik“

Der Satz tut dir noch nicht weh kein Wort. Tut dir weh. Jedes Wort tut dir. Weh, aber du weißt nicht, daß das, was dir weh tut, ein Satz ist der. Satz tut dir weh,

Peter Handke, Kaspar

Fühlt sich der an Ästhetik Interessierte durch die Alltagssprache oder die aktuellen Zusammenhänge von Kunst und Wirklichkeit aufs Glatteis geführt, so folgt der Griff zu Wissenschaftlicherem. Was liegt dem gebildeten Laien näher als der Hang zur Enzyklopädie! Ein Wörterbuch muß weiterhelfen. Namen geben Sicherheit. Nach dem Vergleich der Definitionen in verschiedenen Wörterbüchern zeigt sich freilich, daß auch hier die eine Wahrheit nicht gefunden werden kann. Der zufällige Griff zu beliebigen Wörterbüchern liefert Definitionen, denen ideologische Unterschiede gleich anzusehen sind. Ich möchte vier Beispiele unkommentiert aneinanderreihen und zum Nachdenken auffordern:

„Unter der ästhetischen Aneignung wird eine spezifische Form der Widerspiegelung der objektiven Welt durch die Menschen verstanden, die sich einerseits von der theoretischen Aneignung in der wissenschaftlichen Erkenntnis wie auch von den anderen geistigen Aneignungsweisen (wie der moralischen, der juristischen, der religiösen) unterscheidet, andererseits als Teil des gesamten gesellschaftlichen Widerspiegelungsprozesses mit ihnen in Wechselwirkung steht.“3

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