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Einführung in die Ästhetik

Eine philosophische Collage

Evelin Klein

Die Autorin bietet in ihren einführenden philosophischen Reflexionen eine Auswahl an klassischen und modernen Themen der Ästhetik: Dialektik der Aufklärung, Kunst nahe am Verstummen, Begriffsgeschichte des Schönen und andere. In zehn Kapiteln werden Zitate durch kommentierende Abschnitte verbunden. Dabei geht das Buch nicht fortlaufend argumentierend vor, sondern präsentiert sich vielmehr als Collage. Jedem Kapitel ist ein literarisches Motto vorangestellt. Es soll den Gefühlsraum zeigen, in dem sich Ästhetik dann bewegt. Gegenwärtige Kunst als kritische Instanz verweist auf die Autonomie der Ästhetik, die stets Tendenzen abwehren muss, welche sie einzuschränken oder gar zu vernichten drohen: dies waren und sind hauptsächlich autoritär-politische Vereinnahmungen.
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Vorwort

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Ästhetische Theorie ist als solche widersprüchlich. Kann doch Theorie niemals das einzelne Kunstwerk einholen oder gar Handlungsanweisung fiir Künstler, Kritiker oder Kunsthistoriker sein. Philosophische Theorie kann nie kurzschlüssig praktisch werden. Das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis ist ein sehr differenziertes. Ästhetik bewegt sich im Raum des Geistes. Ästhetische Begriffe haben Geschichte, haben sich verändert.

Die Erfahrung des Schönen scheint spontan und theoriefrei zu sein. Aber auch Gefühle sind nicht immer echt, sondern oft verschüttet, unfrei auf Grund des persönlichen Lebensweges oder der allgemeinen, politischen Manipulation, die tagtäglich durch Massenmedien, Werbung etc. geschieht. Die angebliche Echtheit und Unmittelbarkeit gedankenfeindlichen Gefühls erweist sich sehr wohl als vermittelt. Was im Individuum scheinbar als eigenes Gefühl aufsteigt wurde bewußt im Interesse von Herrschaft, Bürokratie, Kapital in es hineingelegt. Ästhetische Erfahrung wird aber dann ihrer Autonomie entfremdet und anderen Zwecken untergeordnet, ihre Heteronomie wird Symptom gesellschaftlicher Unfreiheit. Ästhetische Theorie kann dann als Aufklärung wirken. Aufklärung braucht sie aber auch über sich selbst und die Grenzen von Aufklärung selbst, die angesichts der ökologischen Krise der Welt oder der totalen Vernichtungsmöglichkeit durch die Atombombe mit ihrem mechanistischen Fortschrittsdenken problematisch geworden ist. „Wissen ist Macht“ als technisch praktischer Leitsatz bedeutet Macht zum Bösen. „Besseres“ Wissen ist nötig, das den Menschen Menschsein ermöglicht und Zusammenhänge der Natur beläßt. Nicht mehr geht es um das Naturschöne, seine Betrachtung, seine Darstellung, sondern um...

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