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Fünfzig deutsche Gedichte des 20. Jahrhunderts, textnah interpretiert

Von Stefan George bis Ulla Hahn

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Christoff Neumeister

An fünfzig lyrischen Gedichten deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts wird eine Methode textnaher Interpretation vorgeführt. Grundlage ist dabei immer eine genaue sprachliche Analyse des betreffenden Textes, wobei auch die von ihm suggerierte Kommunikationssituation, sein Aussage-, Ausdrucks- und Appellcharakter sowie sein durch bestimmte Hervorhebungsmittel erzeugtes Wichtigkeitsrelief berücksichtigt werden. In der Regel wird auch die Lebenssituation des Autors, aus der das Gedicht hervorgegangen ist, in die Betrachtung mit einbezogen. Das Ergebnis erhebt nicht den Anspruch, die allein richtige Interpretation zu sein, wohl aber den, sich konsequent innerhalb des durch den Textbefund gesetzten Verständnisrahmens zu halten und insofern einen diesem angemessenen Deutungsvorschlag zu machen.
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12 Hermann-Neisse: Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen

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Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen

Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen,die Heimat klang in meiner Melodie,ihr Leben war in meinem Lied zu lesen,das mit ihr welkte und mit ihr gedieh.

Die Heimat hat mir Treue nicht gehalten,sie gab sich ganz den bösen Trieben hin,so kann ich nur ihr Traumbild noch gestalten,der ich ihr trotzdem treu geblieben bin.

In ferner Fremde mal ich ihre ZügeZärtlich gedenkend mir mit Worten nah,die Abendgiebel und die Schwalbenflügeund alles Glück, was einst mir dort geschah.

Doch hier wird niemand meine Verse lesen,ist nichts, was meiner Seele Sprache spricht;ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen,jetzt ist mein Leben Spuk wie mein Gedicht.

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