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Identitätskonstruktionen russlanddeutscher Mennoniten im Spiegel ihrer Literatur

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Lilli Gebhard

Russlanddeutsche Mennoniten gehen in der öffentlichen Wahrnehmung in der Gruppe der Russlanddeutschen und Aussiedler auf. In ihren Selbstbeschreibungen grenzen sie sich jedoch stark von anderen ab. Ihre Besonderheiten zeigen sich in der Menge dessen, was innerhalb der Gruppe gesagt und gedacht werden kann, und finden ihren Niederschlag in ihrer Literatur. Für die Analyse dieser Identitätskonstruktionen wird der diskursanalytische Zugang mit einer Dichten Beschreibung (Clifford Geertz) verknüpft. Mit der Dichten Beschreibung der Literatur wird ein Instrument gewonnen, mit dem der Referenzrahmen bestimmt werden kann, der sich hinter der verwendeten Kollektivsymbolik verbirgt. Damit wird ein bisher unbekannter Textkorpus mit einer innovativen Methodik erstmals untersucht.
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2. Entwicklung der Methodik

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2. Entwicklung der Methodik

Nach der Darstellung des Erkenntnisinteresses, den Erläuterungen zur im Fokus stehenden Gruppe sowie der hier vertretenen Vorstellung von Identität ergibt sich nun die Frage nach dem Vorgehen. Wie können Identitätskonstruktionen anhand von literarischen Texten beschrieben werden? Um diese Frage beantworten zu können, muss zunächst überlegt werden, inwiefern Identitätskonstruktionen in Texten überhaupt abgebildet werden, inwiefern sie in Texten also sichtbar werden.

Als Annäherung an diese Frage werden im Folgenden zunächst Überlegungen von Blumer über den Zusammenhang von Handlungen und der Erschaffung und Festigung von Sinnstrukturen dargestellt. Vertieft werden diese Überlegungen durch die von Cicourel entwickelten Basisregeln der Interpretation alltagswirklichen Handelns. Diese Überlegungen sollen Anhaltspunkte dafür liefern, inwiefern sich Identitätskonstruktionen in Texten abbilden können. Anhand von Überlegungen zu Ansätzen der Diskursanalyse und der Dichten Beschreibung nach Clifford Geertz soll dann eine Herangehensweise an Literatur entwickelt werden, welche die Erforschung von Identitätskonstruktionen in Texten ermöglicht.

Der erste nun zu untersuchende Aspekt zielt auf den Zusammenhang von Sinnstrukturen und dem Handeln von Individuen. Bevor untersucht werden kann, wie Bedeutungen, Vorstellungen und damit auch Vorstellungen über sich selbst in Texten einfließen können, wird nachzuvollziehen sein, wie Sinnstrukturen grundsätzlich angezeigt werden, wie sie sichtbar werden. Diese Überlegungen sind wichtig, weil so nachvollzogen werden kann, wie Menschen sich ihre Vorstellungen über Bedeutung bilden, wie Vorstellungen ausgetauscht, angepasst sowie gegebenenfalls korrigiert werden und wie es zu einer gemeinschaftlichen Vorstellung über...

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