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Schnittstellen zwischen Organ- und Gewebespende

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Nina Gott

Die Arbeit befasst sich mit dem rechtlichen Fundament der postmortalen Organ- und Gewebespende. Untersucht werden die relevanten Rechtsquellen auf europäischer und nationaler Ebene, die Rechtsposition der Spender, der Spendenempfänger und die Organisationsstrukturen in der Transplantationsmedizin. Der deutsche Gesetzgeber hat sich für eine rechtliche Trennung zwischen der Organ- und Gewebespende entschieden. Untersucht wird in diesem Zusammenhang, ob trotz der Vielzahl medizinischer Überschneidungen zwischen Organ- und Gewebespende eine praktikable und rechtsgemäße Transplantationsmedizin gewährleistet werden kann. Hierbei wird der Frage nachgegangen, ob die Regelungssituation der Transplantationsmedizin das Spendenaufkommen fördert und welche rechtlichen Lösungen in Betracht kommen.
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E. Die Rechtsposition des Spendenempfängers

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E.  Die Rechtsposition des Spendenempfängers

Neben der rechtmäßigen Abwicklung einer Organ- und/oder Gewebeentnahme, bei der die Rechte des verstorbenen Spenders und seiner Angehörigen zu beachten sind, wirft der Transplantationsprozess zwangsläufig Fragen hinsichtlich des Rechtskreises des Spendenempfängers auf.

Eine Organ- und Gewebetransplantation stellt in Hinsicht auf verschiedene Erkrankungen oftmals die einzig erfolgsversprechende, in bestimmten Fällen lebensrettende Heilbehandlung dar.739 Ob der Patient Anspruch auf eine Behandlung hat, ist Gegenstand der nachfolgenden Untersuchung.

Nach überwiegender Auffassung hat der Staat die Gesundheitsvorsorge auf Grundlage des Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG und des Sozialstaatsprinzips nach Art. 20 Abs. 1 GG zu verantworten.740 Ein aus Art. 2 Abs. 2 GG abgeleiteter Individualanspruch auf Gesundheit besteht hingegen nicht.741 Da bestimmte Transplantationen als medizinische Standardbehandlung anerkannt sind, müssen dem Patienten Zugangsmöglichkeiten geschaffen werden, um an den anerkannten Behandlungsmethoden teilhaben zu können.742 Das Kernproblem der Transplantationsmedizin liegt neben medizinischen Hürden vor allem in dem Umstand, dass hinsichtlich bestimmter ← 173 | 174 → Spenden nicht genügend Ressourcen zur Verfügung stehen.743 Menschen sterben, obwohl die Erkrankung und die Transplantation als lebensrettende Therapiemöglichkeit bekannt sind.

Letztlich besteht aufgrund des Spendenmangels kein Recht auf die Zuteilung bestimmter Organe oder Gewebe, gleichwohl muss die Vorenthaltung der konkreten Behandlungsmethode aber gerechtfertigt sein.744

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