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Südslawen und die deutschsprachige Kultur

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Edited By Anetta Buras-Marciniak and Marcin Golaszewski

Thema des Buches ist die gegenseitige Beeinflussung der deutschsprachigen und der südslawischen Kultur, ausgelöst durch die Migrationswelle der Südslawen in die deutschsprachigen Länder infolge des Krieges im ehemaligen Jugoslawien. Die Idee einer friedlichen Koexistenz mehrerer Nationalitäten in einem Staat sowie der Multikulturalitätsgedanke wurden durch den Krieg in Frage gestellt. Die daraufhin einsetzende Migrationswelle hat auch die Gesellschaftsstruktur der deutschsprachigen Länder gravierend beeinflusst. Im Buch wird einerseits das Kulturbild der Südslawen, das in Literatur und Kultur des deutschsprachigen Raums dokumentiert wird, andererseits das deutsche Kulturbild in der Literatur der Südslawen im 20. und 21. Jahrhundert eingehend untersucht.
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Ich bin ein Berliner Serbe! Nikola Živković: die serbischen Sorgen eines Berliners

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Polnische Akademie der WissenschaftenKommission für BalkanstudienAbteilung Poznań

Unter den Literaten aus den südslawischen Ländern, die sich mit dem deutschsprachigen Raum verbanden, ist auch der Serbe Nikola Živković. Er vereint in sich an verschiedenen Ort gemachte Erfahrungen, unter anderem aus Aufenthalten im kroatisch-slowenischen Grenzgebiet, Berlin und Belgrad. In der Stadt an Spree und Havel hat seit den 1990er-Jahren Bora Ćosić (geb. 1932) den Status des bekanntesten zeitgenössischen serbischen Schriftstellers und Publizisten. Dessen wichtigstes Werk ist das lange vor seiner Emigration nach Deutschland verfasste, die Realien des Kommunismus ironisch verarbeitender Werk Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution.1 Der Wertschätzung zum Trotz, die man Ćosić (vor allem in Deutschland, nicht in Serbien) entgegenbringt, lässt sich behaupten, dass eine nähere Betrachtung nicht seiner Person, sondern der eines international weniger bekannten Autors – und ein solcher ist Nikola Živković –, eine keinesfalls schlechtere Gelegenheit für Forschungen zum Thema der Identität des Autors im Grenzbereich zweier Kulturkreise darstellen muss. Diese Kulturkreise sind im Falle Živkovićs der südslawische und der deutschsprachige.

Nikola Živković wurde am 28. August 1950 im Dorf Dragoševci in der Region Žumberak (auch Žumberacka Gora, dtsch. Sichelberg/Uskokengebirge, slow. Gorjanci) geboren.2 In diesem Landstrich, dessen größerer Teil heute in Kroatien liegt, der kleinere dagegen in Slowenien, leben u. a. Serben sowie Personen anderer Nationalitäten. Ein Teil von ihnen ist sich bewusst, Wurzeln zu haben, die man als serbische bezeichnen könnte...

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